Die Kon­zes­si­on für Sport­wet­ten

Ein Sport­wet­ten­an­bie­ter aus Öster­reich erhält die Kon­zes­si­on für Sport­wet­ten in Deutsch­land.

Die Kon­zes­si­on für Sport­wet­ten

So hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Wies­ba­den am 31. Okto­ber 2016 ent­schie­den. Wer in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land Glück­spie­le ver­an­stal­ten bzw. ver­mit­teln möch­te, der ist auf eine Erlaub­nis der zustän­di­gen Behör­de ange­wie­sen. Nach dem Glücks­spiel­staats­ver­trag, der am 01.07.2012 in Kraft getre­ten ist, dür­fen Sport­wet­ten für 7 Jah­re nach dem Inkraft­tre­ten die­ses Ver­tra­ges pro­be­wei­se mit einer Kon­zes­si­on ver­an­stal­tet wer­den. Dabei ist die Anzahl der Kon­zes­sio­nen bun­des­weit auf 20 begrenzt. Erteilt wer­den die­se Kon­zes­sio­nen für alle Bun­des­län­der durch das Land Hes­sen. Das Glücks­spiel­kol­le­gi­um der Län­der steht dabei unter­stüt­zend zur Sei­te. Für das Kon­zes­si­ons­ver­fah­ren hat es eine euro­pa­wei­te Aus­schrei­bung gege­ben.

Nach­dem der öster­rei­chi­sche Sport­wet­ten­an­bie­ter nach der 1. Stu­fe des Ver­ga­be­ver­fah­rens einen nega­ti­ven Bescheid erhal­ten hat­te, hat er vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt Wies­ba­den im Eil­ver­fah­ren die Siche­rung sei­nes Anspruchs auf wei­te­re Teil­nah­me am Kon­zes­si­ons­ver­fah­ren begehrt. Die­sem Antrag ist am 16. April 2014 statt­ge­ge­ben wor­den 1. Mit dem Urteil vom 31. Okto­ber die­sen Jah­res ist dem Klä­ger nun end­gül­tig die Erlaub­nis erteilt wor­den für 7 Jah­re Sport­wet­ten anzu­bie­ten.

Nicht immer wird den Sport­wet­ten­an­bie­tern solch ein Erfolg beschehrt: Denn wenn einem Wett­an­bie­ter die Sport­wet­ten­ver­mitt­lung unter­sagt wird – und die­se Unter­sa­gung rechts­wid­rig erfolg­te, heißt das nicht zwangs­läu­fig, dass des­halb ein Anspruch auf Scha­dens­er­satz besteht. Zuletzt hat der Bun­des­ge­richts­hof 2 zwei Kla­gen von Gewer­be­trei­ben­den abge­wie­sen, denen die Ver­mitt­lung von Sport­wet­ten 2006 und 2007 auf der Grund­la­ge des dama­li­gen Lot­te­rie­staats­ver­trags unter­sagt wor­den war. Nach Auf­fas­sung des Bun­des­ge­richts­hofs ver­stieß das Sport­wet­ten­mo­no­pol gegen das Recht der Euro­päi­schen Uni­on und die Unter­sa­gungs­ver­fü­gun­gen waren damit rechts­wid­rig. Aber bis zu den Urtei­len des Gerichts­hofs der Euro­päi­schen Uni­on (EuGH) vom 8. Sep­tem­ber 2010 war die Rechts­la­ge unklar. Erst mit die­sen Ent­schei­dun­gen 3 stand die Unzu­läs­sig­keit des deut­schen staat­li­chen Sport­wet­ten­mo­no­pols zwei­fels­frei fest. Aus die­sem Grund, so argu­men­tier­te der Bun­des­ge­richts­hof, liegt weder ein qua­li­fi­zier­ter Rechts­ver­stoß für einen uni­ons­recht­li­chen Staats­haf­tungs­an­spruch noch ein Ver­schul­den für einen Amts­haf­tungs­an­spruch gemäß § 839 Abs. BGB, Art. 34 Satz 1 GG vor.

  1. VG Wies­ba­den, Beschluss vom 16.04.2014 – 5 L 1428/​14.WI[]
  2. BGH, Urtei­le vom 16.04.2015 – III ZR 204/​13; III ZR 333/​13[]
  3. EuGH, Urtei­le vom 08.09.2010 – C‑316/​07; C‑358/​07; C‑359/​07; C‑360/​07; C‑409/​07; C‑410/​07[]