Die Kos­ten der pri­va­ten Kin­der­krip­pe

Kann das zustän­di­ge Jugend­amt einer Gemein­de den Anspruch auf einen bei­trags­frei­en Platz in einer Kin­der­ta­ges­stät­te für ein Kind vom voll­ende­ten zwei­ten Lebens­jahr an nicht erfül­len, hat sie die Kos­ten für die Unter­brin­gung des Kin­des in einer pri­va­ten Kin­der­krip­pe zu erstat­ten.

Die Kos­ten der pri­va­ten Kin­der­krip­pe

So das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz in dem hier vor­lie­gen­den Fall der Stadt Mainz, die sich wei­ger­te, für eine Zwei­jäh­ri­ge einen pri­va­ten Krip­pen­platz zu finan­zie­ren. Die Klä­ge­rin­nen, Mut­ter und Toch­ter, haben bei der beklag­ten Stadt die Über­nah­me der Kos­ten für die Unter­brin­gung der damals zwei­jäh­ri­gen Toch­ter in einer pri­va­ten Kin­der­krip­pe begehrt, weil die Beklag­te nicht in der Lage war, einen Krip­pen­platz zur Ver­fü­gung zu stel­len. Dies lehn­te die Stadt ab. Das Ver­wal­tungs­ge­richt ver­pflich­te­te die Beklag­te zur Kos­ten­über­nah­me. Hier­ge­gen hat die Stadt Mainz Beru­fung erho­ben.

In sei­ner Urteils­be­grün­dung ver­weist das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz auf das rhein­land-pfäl­zi­schen Kin­der­ta­ges­stät­ten­ge­setz, nach dem das Jugend­amt der Beklag­ten zu gewähr­leis­ten habe, dass für jedes Kind vom voll­ende­ten zwei­ten Lebens­jahr an ein Platz in einer Kin­der­ta­ges­stät­te bei­trags­frei zur Ver­fü­gung ste­he. Die­sen Anspruch habe die Beklag­te nicht erfül­len kön­nen. Des­halb müs­se sie die Kos­ten des von den Klä­ge­rin­nen in Anspruch genom­me­nen Ersatz­plat­zes in einer pri­va­ten Kin­der­krip­pe über­neh­men.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz, Urteil vom 25. Okto­ber 2012 – 7 A 10671/​12.OVG