Die Kos­ten der Schwan­ger­schafts­kon­flikt­be­ra­tung

Die Her­an­zie­hung der Ein­woh­ner­an­zahl ist ein sach­ge­rech­tes Kri­te­ri­um für die Auf­tei­lung der bei den Schwan­ger­schafts­kon­flikt­be­ra­tungs­stel­len ange­fal­le­nen Kos­ten zwi­schen den betrof­fe­nen Kom­mu­nen.

Die Kos­ten der Schwan­ger­schafts­kon­flikt­be­ra­tung

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Trier in dem hier vor­lie­gen­den Fall den Land­kreis Trier-Saar­burg dazu ver­pflich­tet, zum Aus­gleich der Kos­ten für die im Trie­rer Stadt­ge­biet vor­han­de­nen Schwan­ger­schafts­kon­flikt­be­ra­tungs­stel­len 23.059,72 Euro an die Stadt Trier zu zah­len.

Drei von frei­en Trä­gern betrie­be­ne Bera­tungs­stel­len nach dem Schwan­ger­schafts­kon­flikt­ge­setz befin­den sich im Trie­rer Stadt­ge­biet. Die­se wer­den auch von den Ein­woh­nern des Land­krei­ses Trier-Saar­burg in Anspruch genom­men, da in des­sen Gebiet kei­ne eige­nen Bera­tungs­stel­len vor­han­den sind. Aus die­sem Grund betei­ligt sich der beklag­te Land­kreis seit 2006 an den hier­bei anfal­len­den Kos­ten. Nach Inkraft­tre­ten der Lan­des­ver­ord­nung über die För­de­rung von Bera­tungs­stel­len nach dem Schwan­ger­schafts­kon­flikt­ge­setz kam es zwi­schen den Betei­lig­ten im Jahr 2016 zum Streit über die kon­kre­te Kos­ten­auf­tei­lung. Die Stadt Trier war der Auf­fas­sung, der Auf­tei­lung der Kos­ten sei die jewei­li­ge Ein­woh­ner­zahl von Stadt und Land­kreis zugrun­de zu legen. Als Berech­nungs­grund­la­ge sei der vom Lan­des­amt für Sozia­les, Jugend und Ver­sor­gung fest­ge­setz­te Stel­len­be­darf von 9,81 Voll­zeit­äqui­va­len­ten her­an­zu­zie­hen. Dem hielt der Beklag­te ent­ge­gen, er müs­se sich an den Kos­ten der Bera­tungs­stel­len nur in dem Umfang betei­li­gen, der die Zahl der Kreis­ein­woh­ner wider­spie­ge­le, wel­che die Bera­tungs­stel­len tat­säch­lich in Anspruch näh­men.

Über­dies sei­en der Berech­nung nur die Voll­zeit­äqui­va­len­te zugrun­de zu legen, die nach einem im Schwan­ger­schafts­kon­flikt­ge­setz vor­ge­se­he­nen Min­dest­schlüs­sel erfor­der­lich sei­en. Der fest­ge­setz­te Stel­len­be­darf gehe hier­über nur auf­grund der Rol­le der Stadt Trier als Ober­zen­trum und des hier­aus resul­tie­ren­den erhöh­ten Bera­tungs­be­darfs hin­aus. Mit der vor­lie­gen­den Kla­ge mach­te die Stadt Trier den nach Abzug der Zah­lun­gen des Beklag­ten ihrer Auf­fas­sung nach ver­blei­ben­den Rest­be­trag gel­tend.

In sei­ner Urteils­be­grün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Trier aus­ge­führt, dass nach der Lan­des­ver­ord­nung über die För­de­rung von Bera­tungs­stel­len nach dem Schwan­ger­schafts­kon­flikt­ge­setz die Kos­ten­be­tei­li­gung des Land­krei­ses auf der Grund­la­ge der Ein­woh­ner­zahl bezo­gen auf den vom Land als erfor­der­lich fest­ge­stell­ten Stel­len­um­fang der Bera­tungs­fach­kräf­te zu ermit­teln sei. Die Her­an­zie­hung der Ein­woh­ner­an­zahl sei ein sach­ge­rech­tes Kri­te­ri­um für die Auf­tei­lung der bei den Bera­tungs­stel­len ange­fal­le­nen Kos­ten zwi­schen den betrof­fe­nen Kom­mu­nen. Die pau­scha­le Kos­ten­auf­tei­lung füh­re auch nicht zu einer für den Beklag­ten unzu­mut­ba­ren Ver­pflich­tung, sich dau­er­haft zu einem unver­hält­nis­mä­ßig gro­ßen Anteil an den Kos­ten der Bera­tungs­stel­len der Klä­ge­rin zu betei­li­gen. Viel­mehr ste­he es ihm frei, gege­be­nen­falls eige­ne Bera­tungs­stel­len in sei­nem Gebiet ein­zu­rich­ten oder pri­va­te Trä­ger zu för­dern, die dort Bera­tungs­stel­len unter­hal­ten möch­ten.

Aus die­sen Grün­den hat die Klä­ge­rin einen Anspruch von 23.059,72 Euro gegen den Beklag­ten.

Ver­wal­tungs­ge­richt Trier, Urteil vom 17. März 2020 – 7 K 4875/​19.TR