Die Men­sa-Par­ty des AStA – und die Haf­tung der AStA-Vor­stands­mit­glie­der

Ehe­ma­li­ge AStA-Vor­stands­mit­glie­der haf­ten für mas­si­ve Ver­lus­te durch eine vom AStA ver­an­stal­te­te Men­sa-Par­ty.

Die Men­sa-Par­ty des AStA – und die Haf­tung der AStA-Vor­stands­mit­glie­der

In dem hier vom Ober­ver­wal­tungs­ge­richt für das Land Nord­rhein-West­fa­len ent­schie­de­nen Fall hat­te die kla­gen­de Stu­die­ren­den­schaft der Ruhr-Uni­ver­si­tät Bochum von den Beklag­ten, die im Haus­halts­jahr 2007/​2008 Vor­sit­zen­der bzw. Finanz­re­fe­rent des AStA waren, Scha­dens­er­satz wegen wirt­schaft­li­cher Ver­lus­te im Zusam­men­hang mit der Aus­rich­tung einer Men­sa-Par­ty im Dezem­ber 2007 ver­langt. Bei die­ser defi­zi­tär ver­lau­fe­nen Ver­an­stal­tung waren der Stu­die­ren­den­schaft Ver­lus­te von über 220.000,- € ent­stan­den.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Gel­sen­kir­chen hat­te den von der Stu­die­ren­den­schaft gel­tend gemach­ten Scha­dens­er­satz­an­spruch im Umfang von ca. 176.000,- € als begrün­det ange­se­hen 1 Die­se Ein­schät­zung hat das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt in Müns­ter dem Grun­de nach geteilt, die noch strei­ti­ge Scha­dens­er­satz­sum­me jedoch auf die Hälf­te redu­ziert.

Die sei­ner­zei­ti­gen Vor­stands­mit­glie­der des AStA hät­ten, so das OVG, bei der Aus­rich­tung der Men­sa-Par­ty eine Rei­he ihnen oblie­gen­der haus­halts­recht­li­cher Pflich­ten in grob fahr­läs­si­ger Wei­se ver­letzt. So hät­ten sie ins­be­son­de­re einen auf die Finan­zie­rung der Fei­er aus­ge­rich­te­ten Nach­trags­haus­halt in das Stu­die­ren­den­par­la­ment ein­ge­bracht, ohne dass die­sem eine sorg­fäl­ti­ge Kos­ten­schät­zung zugrun­de gele­gen hät­te. Zu einer sol­chen Kos­ten­schät­zung hät­te aber schon des­halb Anlass bestan­den, weil die Men­sa-Par­ty den bis­her übli­chen Rah­men um ein Viel­fa­ches über­schrit­ten habe und kei­ne wirt­schaft­li­chen Erfah­rungs­wer­te vor­ge­le­gen hät­ten. Allein die Gagen der für die Par­ty enga­gier­ten pro­mi­nen­ten Bands hät­ten für sich genom­men den im Nach­trags­haus­halt um 140.000,- € erhöh­ten Rah­men des für Ver­an­stal­tun­gen zur Ver­fü­gung ste­hen­den Aus­ga­ben­ti­tels nahe­zu aus­ge­schöpft. Aller­dings sei der Scha­dens­er­satz­an­spruch der Klä­ge­rin wegen eines Mit­ver­schul­dens des Stu­die­ren­den­par­la­ments um die Hälf­te zu redu­zie­ren. Das Stu­die­ren­den­par­la­ment sei als obers­tes Beschluss­or­gan der Stu­die­ren­den­schaft an dem feh­ler­haf­ten Zustan­de­kom­men des Nach­trags­haus­halts eben­so betei­ligt gewe­sen wie der AStA-Vor­stand und habe den Haus­halt letzt­ver­ant­wort­lich fest­ge­stellt. Die­sen Ver­ur­sa­chungs­bei­trag des Stu­die­ren­den­par­la­ments müs­se sich die Klä­ge­rin anspruchs­min­dernd anrech­nen las­sen.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt für das Land Nord­rhein ‑West­fa­len, Urteil vom 26. Janu­ar 2016 – 15 A 333/​14

  1. VG Gel­sen­kir­chen – 4 K 56506/​09[]