Die Min­dest­grö­ße einer Inte­grier­ten Gesamt­schu­le

Fehlt es für die Geneh­mi­gung einer neu­en Inte­grier­ten Gesamt­schu­le an der Min­dest­grö­ße (Fünf­zü­gig­keit mit min­des­tens je 24 Schü­lern) über den Pro­gno­se­zeit­raum von 10 Jah­ren gemäß § 4 und §6 der Ver­ord­nung für die Schul­or­ga­ni­sa­ti­on (SchOrg­VO) i.V.m. § 106 Nds. Schul­ge­setz, ist die­se von der Nie­der­säch­si­schen Lan­des­schul­be­hör­de nicht zu ertei­len.

Die Min­dest­grö­ße einer Inte­grier­ten Gesamt­schu­le

So hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Han­no­ver in dem hier vor­lie­gen­den Fall des Land­krei­ses Schaum­burg ent­schie­den, der mit sei­ner Kla­ge die Nie­der­säch­si­sche Lan­des­schul­be­hör­de ver­pflich­ten woll­te, ihm die Geneh­mi­gung zur Errich­tung von zwei Inte­grier­ten Gesamt­schu­len an den Stand­or­ten Rin­teln und Lind­horst zu ertei­len.

In der Urteils­be­grün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt deut­lich gemacht, dass die Geneh­mi­gung von neu­en Inte­grier­ten Gesamt­schu­len nach den § 4 und §6 SchOrg­VO i.V.m. § 106 Nds. Schul­ge­setz vor­aus­setzt, dass die neu­en Schu­len bei einer auf min­des­tens 10 Jah­re ange­leg­ten Pro­gno­se eine Fünf­zü­gig­keit mit min­des­tens 24 Schü­lern je Klas­se, also eine Schü­ler­zahl von min­des­tens 120 pro Jahr­gang behal­ten wer­den (Min­dest­grö­ße).

Die­se Pro­gno­se die­ser Schü­ler­zah­len konn­te der Land­kreis Schaum­burg für die bei­den von ihm geplan­ten Inte­grier­ten Gesamt­schu­len nicht über­zeu­gend dar­stel­len. Viel­mehr wies schon sei­ne eige­ne, über die auf die Stand­or­te Rin­teln und Lind­horst hin­aus­ge­hen­de Berech­nung der Ent­wick­lung der vor­aus­sicht­li­chen Schü­ler­zah­len für den wei­te­ren Ver­lauf des Pro­gno­se­zeit­raums eine Unter­schrei­tung der Schü­ler­min­dest­zahl von 120 auf. Dafür, dass die­se Unter­schrei­tung durch ver­stärk­te Anmel­dun­gen in den kom­men­den Jah­ren auf­ge­fan­gen wer­den könn­ten, konn­te der Land­kreis kei­ne über blo­ße Ver­mu­tun­gen hin­aus­ge­hen­den Anhalts­punk­te dar­le­gen.

Ver­wal­tungs­ge­richt Han­no­ver, Urteil vom 17. April 2012 – 6 A 701/​11