Die Nacht­ru­he an Kar­ne­val

Hat es Jah­re­lang kei­ne Pro­ble­me wegen lau­ter Musik an den Kar­ne­vals­ta­gen gege­ben, kann es dem Gast­wirt nicht vor­ge­wor­fen wer­den, dass er nicht zu dras­ti­schen Mit­teln gegrif­fen hat, um für Ruhe zu sor­gen.

Die Nacht­ru­he an Kar­ne­val

Mit die­ser Begrün­dung hat das Amts­ge­richt Köln in dem hier vor­lie­gen­den Fall den Buß­geld­be­scheid eines Gast­wirts wie­der auf­ge­ho­ben, des­sen Nach­barn sich in der Nacht von Rosen­mon­tag auf Veil­chen­diens­tag 1996 an die Pol­zei gewandt hat­ten, um den Geräusch­pe­gel aus der Gast­stät­te zu sen­ken. Der Gast­wirt erhielt einen Buß­geld­be­scheid, weil noch ein­ein­halb Stun­den nach dem Poli­zei­be­such die Nach­barn wei­ter­hin durch Musik aus der Gast­stät­te in ihrer Nacht­ru­he gestört wor­den sind. Gegen den Buß­geld­be­scheid hat der Gast­wirt Kla­ge ein­ge­reicht.

In sei­ner Begrün­dung hat das Amts­ge­richt Köln dem Gast­wirt Recht gege­ben: Dass in der Nacht von Rosen­mon­tag auf Kar­ne­vals­diens­tag ein grö­ße­rer Lärm­pe­gel besteht, ist üblich und daher zu akzep­tie­ren. Dras­ti­sche­re Maß­nah­men als die Bit­te um Ruhe bei sei­nen Gäs­ten hat ein Gast­wirt an den Kar­ne­vals­ta­gen nicht vor­zu­neh­men. Aus die­sen Grün­den hat das Amts­ge­richt Köln den Buß­geld­bech­eid wie­der auf­ge­ho­ben.

Amts­ge­richt Köln, Urteil vom 4. Febru­ar 1997 – 532 OWi 183/​96

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