Die neue Bus­hal­te­stel­le und die Anliegerrechte

Das Anlie­ger­recht ver­mit­telt kei­ne Bestands­ga­ran­tie hin­sicht­lich der Aus­ge­stal­tung des Umfangs der Grund­stücks­ver­bin­dung mit der Stra­ße oder die Gewähr­leis­tung von Bequem­lich­keit oder Leich­tig­keit des Zu- und Abgangs. Mit die­ser Begrün­dung hat jetzt das Ver­wal­tungs­ge­richt Saar­lou­is die Begeh­ren von Stra­ßen­an­lie­gern, die sich gegen die Errich­tung einer neu­en Bus­hal­te­stel­le an ihrem Grund­stück gewen­det und sich hier­bei auf ihre Rech­te als Stra­ßen­an­lie­ger (§ 17 SStrG) beru­fen hat­ten, zurück­ge­wie­sen, und zwar

Die neue Bus­hal­te­stel­le und die Anliegerrechte

in der Erwä­gung, dass

die Antrag­stel­le­rin sich mit Blick auf die von ihr begehr­te Ein­stel­lung der Arbei­ten zur Errich­tung einer Bus­hal­te­stel­le auf ihre Rech­te als Stra­ßen­an­lie­ger (§ 17 SStrG) beruft,

dabei vor­trägt, durch den bereits erfolg­ten Ein­bau von ca. 20 cm hohen Rand­stei­nen im Bereich der Hal­te­stel­le wer­de die Abfahrts­mög­lich­keit von ihrem gewerb­lich genutz­ten Grund­stück ein­ge­schränkt und die Zufahrt zu ihrem Gas­tank extrem erschwert, ins­be­son­de­re müs­se mit Gespan­nen (Auto und Anhän­ger) nun­mehr müh­sam in rück­wär­ti­ger Rich­tung aus dem Grund­stück aus­ge­fah­ren und in den flie­ßen­den Ver­kehr ein­ge­fä­delt wer­den, was auf­grund der Unüber­schau­bar­keit der dor­ti­gen Ver­kehrs­si­tua­ti­on mit unzu­mut­ba­ren Gefah­ren mit Leib und Leben ver­bun­den sei,

eine opti­ma­le Erschlie­ßung jedoch gera­de nicht zum geschütz­ten Kern­be­reich des soge­nann­ten Anlie­ger­ge­brauchs zählt, viel­mehr nur die – hier vor­lie­gen­de – Ver­bin­dung mit dem öffent­li­chen Stra­ßen­netz über­haupt gewähr­leis­tet wird1,

der Anlie­ger einer an sei­nem Grund­stück vor­bei­füh­ren­den Stra­ße mit deren Schick­sal auch grund­sätz­lich in einer Wei­se ver­bun­den ist, dass er den Gemein­ge­brauch Drit­ter und etwai­ge Beein­träch­ti­gun­gen des Anlie­ger­ge­brauchs, die aus dem Gemein­ge­brauch Drit­ter bzw. der all­ge­mei­nen Zweck­be­stim­mung der Stra­ße­re­sul­tie­ren, hin­neh­men muss,

dem­ge­mäß die Antrag­stel­le­rin ihre Stel­lung als Anlie­ge­rin regel­mä­ßig nicht vor sol­chen Ein­wir­kun­gen schützt, die mit dem zuläs­si­gen Gemein­ge­brauch der Stra­ße durch ande­re – bzw. hier: mit dem im Inter­es­se der All­ge­mein­heit erfol­gen­den Betrieb einer Bus­li­nie im Rah­men des öffent­li­chen Per­so­nen­nah­ver­kehrs – all­ge­mein ver­bun­den sind,

und

das Anlie­ger­recht letzt­lich kei­ne Bestands­ga­ran­tie hin­sicht­lich der Aus­ge­stal­tung des Umfangs der Grund­stücks­ver­bin­dung mit der Stra­ße oder die Gewähr­leis­tung von Bequem­lich­keit oder Leich­tig­keit des Zu- und Abgangs ver­mit­telt, so dass eine – vor­lie­gend bean­spruch­te – bestehen­de, beque­me und stö­rungs­freie Zufahrts­mög­lich­keit gera­de nicht für immer gewähr­leis­tet wird2,

Ver­wal­tungs­ge­richt des Saar­lands, Beschluss vom 23. März 2009 – 11 L 153/​09

  1. vgl. nur Bayr. VGH, Urteil vom 15.03.2006 ‑8 B 05.1356- und Beschluss vom 24.11.2003 ‑8 CS 03.2279- jeweils zit. nach juris[]
  2. vgl. nur OVG des Saar­lan­des, Beschluss vom 09.07.2004 ‑1 W 11/04-[]