Die offen­sicht­lich unzu­läs­si­ge Ver­fas­sungs­be­schwer­de – und die Auf­er­le­gung einer Miss­brauchs­ge­bühr

Wird eine Ver­fas­sungs­be­schwer­de miss­bräuch­lich im Sin­ne von § 3 Abs. 2 BVerfGG erho­ben, kann dem Beschwer­de­füh­rer eine Miss­brauchs­ge­bühr auf­er­legt wer­den.

Die offen­sicht­lich unzu­läs­si­ge Ver­fas­sungs­be­schwer­de – und die Auf­er­le­gung einer Miss­brauchs­ge­bühr

Ein Miss­brauch liegt vor, wenn die Ver­fas­sungs­be­schwer­de offen­sicht­lich unzu­läs­sig oder unbe­grün­det ist und ihre Ein­le­gung von jedem Ein­sich­ti­gen als völ­lig aus­sichts­los ange­se­hen wer­den muss.

So auch in dem hier ent­schie­de­nen Fall: Der Beschwer­de­füh­rer hat bereits zahl­rei­che erfolg­lo­se Ver­fas­sungs­be­schwer­den erho­ben und sich trotz wie­der­hol­ten Hin­wei­ses auf die Begrün­dungs­an­for­de­run­gen einer zuläs­si­gen Ver­fas­sungs­be­schwer­de in sei­nem Vor­brin­gen dar­auf beschränkt, anstel­le einer nach­voll­zieh­ba­ren Dar­le­gung wenigs­tens des maß­geb­li­chen Lebens­sach­ver­halts sei­nem Unmut durch in der Sache nicht nach­voll­zieh­ba­re Anschul­di­gun­gen Aus­druck und durch Äuße­run­gen belei­di­gen­den Cha­rak­ters Nach­druck zu ver­lei­hen. Die­sem Zweck dient die gemäß § 90 Abs. 1 BVerfGG "Jeder­mann" eröff­ne­te Mög­lich­keit, Ver­fas­sungs­be­schwer­de zu erhe­ben, nicht.

Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt muss es daher nicht hin­neh­men, durch sol­che erkenn­bar sub­stanz­lo­se Ver­fas­sungs­be­schwer­den an der Erfül­lung sei­ner Auf­ga­ben gehin­dert zu wer­den, mit der Fol­ge, dass ande­ren Bür­gern der ihnen zukom­men­de Grund­rechts­schutz nur ver­zö­gert gewährt wer­den kann 1. Im Hin­blick dar­auf erschien es dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt ange­zeigt, dem Beschwer­de­füh­rer eine Miss­brauchs­ge­bühr auf­zu­er­le­gen, die es mit 500 € bemes­sen hat.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 24. Mai 2019 – 2 BvR 2710/​18

  1. vgl. BVerfG, Beschluss vom 12.09.2005 – 2 BvR 1435/​05 2; Beschluss vom 27.09.2017 – 2 BvR 1691/​17 3[]