Die Pri­vat­schul­zu­schüs­se an Wal­dorf­schu­len

Es besteht für Wal­dorf­schu­len kein Anspruch auf zusätz­li­che Pri­vat­schul­zu­schüs­se, die über die bis­lang gewähr­ten Zuschüs­se hin­aus­ge­hen. Vom Gesetz­ge­ber ist eine sol­che För­de­rung im Schul­ge­setz (frü­her Pri­vat­schul­ge­setz) aus­ge­schlos­sen wor­den.

Die Pri­vat­schul­zu­schüs­se an Wal­dorf­schu­len

So hat das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg in zwei Fäl­len ent­schie­den, in denen die Wal­dorf­schu­len sich dage­gen gewandt haben, dass ihrer Mei­nung nach der gewähr­te Zuschuss nicht rich­tig berech­net wor­den ist. Die Wal­dorf­schu­len umfas­sen die Jahr­gangs­stu­fen 1 bis 12 bzw. die Jahr­gangs­stu­fen 1 bis 13. Die an der einen Schu­le vor­han­de­ne 13. Jahr­gangs­stu­fe ist zur Vor­be­rei­tung auf die all­ge­mei­ne Hoch­schul­rei­fe ein­ge­rich­tet wor­den. Das Abitur wird dort – anders als an öffent­li­chen Schu­len – auf­grund einer Ver­ein­ba­rung der Kul­tus­mi­nis­ter­kon­fe­renz in Anleh­nung an das Nicht­schü­ler­ab­itur abge­legt.

Die Wal­dorf­schu­len wand­ten sich dage­gen, dass das Land Ber­lin die Zuschüs­se für die Jahr­gangs­stu­fen 11 und 12 nur anhand der Per­so­nal­kos­ten bemes­sen hat, die an öffent­li­chen Gesamt­schu­len bzw. Inte­grier­ten Sekun­dar­schu­len in der Sekun­dar­stu­fe I ent­ste­hen. Ihrer Ansicht zufol­ge müs­sen sich die Zuschüs­se statt­des­sen an den höhe­ren Per­so­nal­kos­ten der Sekun­dar­stu­fe II öffent­li­cher Schu­len (gym­na­sia­le Ober­stu­fe) ori­en­tie­ren. Nach­dem die Kla­gen vor dem Ver­wal­tung­ge­richt ohne Erfolg geblie­ben sind, ist vor dem Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Beru­fung ein­ge­legt wor­den.

Nach Auf­fas­sung des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts Ber­lin-Bran­den­burg sei ein Anspruch auf höhe­re Zuschüs­se zu ver­nei­nen, weil der Gesetz­ge­ber eine sol­che För­de­rung im Schul­ge­setz (frü­her Pri­vat­schul­ge­setz) aus­ge­schlos­sen habe. Dies sei mit der ver­fas­sungs­recht­lich garan­tier­ten Pri­vat­schul­frei­heit ver­ein­bar. Das Grund­ge­setz über­las­se die kon­kre­te Aus­ge­stal­tung der Pri­vat­schul­fi­nan­zie­rung dem Lan­des­ge­setz­ge­ber, der ledig­lich die Exis­tenz von Pri­vat­schu­len nicht gefähr­den dür­fe. Das sei hier unstrei­tig nicht der Fall. Eben­so wenig las­se sich ein Ver­stoß gegen den Gleich­heits­grund­satz fest­stel­len.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg, Urtei­le vom 22. Okto­ber 2013 – 3 B 42.11 und 3 B 43.11