Die Raum­tem­pe­ra­tur im Klas­sen­zim­mer

Wie warm müs­sen (bzw. dür­fen) Schul­räu­me sein? Nach Ansicht des Ver­wal­tungs­ge­richts Dres­den fin­den für die Raum­tem­pe­ra­tu­ren in Schu­len die gel­ten­den Bestim­mun­gen für Arbeit­stät­ten ent­spre­chend Anwen­dung, so dass in der Regel Schutz­maß­nah­men zu ergrei­fen sind, wenn die (Klas­sen-)Raum­tem­pe­ra­tur 26 Grad Cel­si­us über­schrei­tet.

Die Raum­tem­pe­ra­tur im Klas­sen­zim­mer

In dem vom Ver­wal­tungs­ge­richt Dres­den ent­schie­de­nen Fall ging es um ein Dres­de­ner Gym­na­si­um: Ab Früh­jahr 2012 wird das Schul­ge­bäu­de des in der Dresd­ner Innen­stadt gele­ge­nen Marie-Curie-Gym­na­si­ums für einen Zeit­raum von vor­aus­sicht­lich zwei Jah­ren grund­le­gend reno­viert. Für die­se Zeit­span­ne wird die Schu­le in den Plat­ten­bau des ehe­ma­li­gen Schu­bert-Gym­na­si­ums in Dres­den-Gor­bitz aus­ge­la­gert. Nach Besich­ti­gun­gen des Aus­weich­quar­tiers im Som­mer 2011 haben meh­re­re Fami­li­en ver­langt, dass die Stadt dort Vor­keh­run­gen gegen eine zu star­ke Auf­hei­zung der nach Osten gele­ge­nen Klas­sen­zim­mer trifft. Zur Durch­set­zung ihres Anlie­gens sind vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt Dres­den dem­entspre­chen­de Eil­an­trä­ge gestellt wor­den.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Dres­den hat den Eltern Recht gege­ben. Die Stadt muss als Schul­trä­ge­rin dafür sor­gen, dass die Schü­ler nicht unter unzu­mut­ba­ren Bedin­gun­gen ihrer Schul­pflicht nach­kom­men müs­sen. Nach den für Arbeits­stät­ten gel­ten­den Rege­lun­gen, die auf Schu­len ent­spre­chend ange­wen­det wer­den müs­sen, sind in der Regel Schutz­maß­nah­men zu ergrei­fen, wenn die Raum­tem­pe­ra­tur 26 Grad Cel­si­us über­schrei­tet. Auf­grund des Flach­da­ches und der groß­flä­chi­gen Fens­ter ist bereits an son­ni­gen Früh­lings­ta­gen bei Außen­tem­pe­ra­tu­ren unter 26 Grad Cel­si­us mit wesent­lich höhe­ren Wer­ten in den Klas­sen­räu­men zu rech­nen, die die Schü­ler beim Unter­richt stark beein­träch­ti­gen kön­nen.

Die Stadt wur­de daher ver­pflich­tet, die Tem­pe­ra­tu­ren in den Klas­sen­zim­mern regel­mä­ßig zu kon­trol­lie­ren. Ab einer gemes­se­nen Tem­pe­ra­tur von 25 Grad in einem Klas­sen­raum sind ab der dar­auf fol­gen­den Nacht unter Auf­sicht die Unter­richts­räu­me quer zu lüf­ten. Bei Bedarf sind zudem für den Som­mer 2013 wei­te­re Vor­keh­run­gen gegen zu hohe Tem­pe­ra­tu­ren in den Klas­sen­zim­mern zu tref­fen.

Ver­wal­tungs­ge­richt Dres­den, Beschlüs­se vom 2. Febru­ar 2012 – 5 L 1563/​11 u. a.