Die Rück­nah­me der Prü­fungs­num­mer beim Wein

Die Rück­nah­me von einer bereits erteil­ten amt­li­chen Prü­fungs­num­mer für Wein ist dann recht­mä­ßig, wenn nach­träg­lich ein Umstand bekannt wird, der der Ertei­lung einer Prü­fungs­num­mer ent­ge­gen­steht.

Die Rück­nah­me der Prü­fungs­num­mer beim Wein

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Trier in dem hier vor­lie­gen­den Fall die Kla­ge eines Win­zers abge­wie­sen, der sich damit gegen die Rück­nah­me von amt­li­chen Prü­fungs­num­mern für vier sei­ner Wei­ne gewandt hat. Für vier sei­ner Wei­ne bean­trag­te der Inha­ber eines Wein­gu­tes, der den Wein nicht nur her­stellt, son­dern auch ver­treibt, amt­li­che Prü­fungs­num­mern. Die­se wur­den ihm sei­tens der Land­wirt­schafts­kam­mer Rhein­land-Pfalz erteilt. Nach einer Begut­ach­tung bean­stan­de­te das Lan­des­un­ter­su­chungs­amt die betref­fen­den Wei­ne. Dar­auf­hin nahm die Land­wirt­schafts­kam­mer die amt­li­chen Prü­fungs­num­mern der vier Wei­ne nach vor­he­ri­ger Anhö­rung des Klä­gers zurück. Nach erfolg­lo­sem Wider­spruchs­ver­fah­ren erhob der Klä­ger Kla­ge beim Ver­wal­tungs­ge­richt.

In sei­ner Urteils­be­grün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Trier aus­ge­führt, dass bei drei Wei­nen jeweils nach­träg­lich ein Umstand bekannt gewor­den sei, der der Ertei­lung einer Prü­fungs­num­mer ent­ge­gen­ge­stan­den hät­te. So sei im Hin­blick auf einen Wein eine unzu­läs­si­ge Aro­ma­ti­sie­rung mit Vanil­lin fest­ge­stellt wor­den. Zwei wei­te­re Wei­ne sei­en in unzu­läs­si­ger Wei­se unter Ver­wen­dung von aus Zucker­rü­ben gewon­ne­ner Sac­cha­ro­se her­ge­stellt wor­den. Dies fol­ge aus den Über­prü­fun­gen des Lan­des­un­ter­su­chungs­am­tes. Die Unter­su­chungs­er­geb­nis­se wider­leg­ten den Vor­trag des Klä­gers, der in einem Wein fest­ge­stell­te Vanil­lin­ge­halt beru­he auf der Ver­wen­dung von bestimm­ten Holz­fäs­sern bzw. der vor­über­ge­hen­den Hin­zu­fü­gung von Holz­chips. Soweit der Klä­ger den bei zwei wei­te­ren Wei­nen fest­ge­stell­ten Gehalt von Sac­cha­ro­se mit Beson­der­hei­ten des in dem Most ent­hal­te­nen Zucker­an­teils bzw. mit einer even­tu­el­len "Ver­schlep­pung" zwi­schen ver­schie­de­nen Pro­duk­ten zu erklä­ren ver­sucht habe, ste­he dem der che­misch-ana­ly­ti­sche Nach­weis von trau­ben­frem­dem Zucker ent­ge­gen. Hin­sicht­lich des vier­ten im Streit ste­hen­den Wei­nes habe der Klä­ger in der Wein­buch­füh­rung und im Antrag auf Ertei­lung einer amt­li­chen Prü­fungs­num­mer unrich­ti­ge Anga­ben gemacht. Der vom Lan­des­un­ter­su­chungs­amt ermit­tel­te Gesamt­al­ko­hol­ge­halt sei auch nach den vom Klä­ger in der münd­li­chen Ver­hand­lung gemach­ten Anga­ben, die Most­waa­ge sei feh­ler­haft gewe­sen bzw. er habe ver­schie­de­ne Hefen bzw. einen Nähr­stoff zuge­setzt, nicht erklär­bar.

Aus die­sen Grün­den sei die Rück­nah­me der erteil­ten amt­li­chen Prü­fungs­num­mern recht­mä­ßig erfolgt.

Ver­wal­tungs­ge­richt Trier, Urteil vom 18. Mai 2017 – 2 K 5764/​16.TR