Die Schlie­ßung einer Grund­schu­le

Die Orga­ni­sa­ti­on der Schu­len hat der Schul­trä­ger in sei­nem Zustän­dig­keits­be­reich nach einem über eine ein­zel­ne Schu­le hin­aus­ge­hen­den pla­ne­ri­schen Gesamt­kon­zept zu gestal­ten. Es bleibt dem Schul­trä­ger grund­sätz­lich unbe­nom­men auch sol­che Schu­len zu schlie­ßen, deren Schü­ler­zah­len weni­ger rück­läu­fig sind, wenn dadurch dem Gesamt­kon­zept ent­spre­chend eine oder meh­re­re ande­re Schu­len durch die dann auf sie ent­fal­len­den zusätz­li­chen Schü­ler gestärkt wer­den.

Die Schlie­ßung einer Grund­schu­le

So hat das Ver­wal­tung­ge­richt Olden­burg in dem hier vor­lie­gen­den Fall eines Eltern­paa­res, das im Wege des vor­läu­fi­gen Recht­schut­zes die Schlie­ßung der Grund­schu­le Kon­ke-Olt­manns-Schu­le in Rhau­der­fehn ver­hin­dern woll­te. Die Gemein­de Rhau­der­fehn hat­te in Aus­füh­rung eines Beschlus­ses des Gemein­de­ra­tes am 28. Febru­ar 2014 die aus­lau­fen­de Auf­he­bung der Grund­schu­le begin­nend zum Schul­jahr 2014/​2015 ver­fügt und die sofor­ti­ge Voll­zie­hung ange­ord­net.

Gegen die­se Ent­schei­dung such­ten die Erzie­hungs­be­rech­tig­ten zwei­er Schü­ler, die die Schu­le besu­chen, um vor­läu­fi­gen Rechts­schutz nach, um die Wie­der­her­stel­lung der auf­schie­ben­den Wir­kung ihrer zuvor bereits erho­be­nen Kla­ge zu errei­chen und so wäh­rend des lau­fen­den Kla­ge­ver­fah­rens die Auf­nah­me von Grund­schü­le­rin­nen und ‑schü­lern an der Schu­le zum kom­men­den Schul­jahr zu ermög­li­chen und einen zum Schul­jahr 2016/​2017 vor­ge­se­he­nen Wech­sel in die Grund­schu­le Lang­holt zu ver­hin­dern.

Sie mach­ten u.a. gel­tend, eine Schul­schlie­ßung sei nicht erfor­der­lich, weil die Schü­ler­zah­len zwar rück­läu­fig sei­en, die Grund­schu­le Lang­holt aber einen wesent­lich stär­ke­ren Rück­gang ver­zeich­ne, was für eine Schlie­ßung die­ser Schu­le spre­che. Auch habe die Gemein­de die Inter­es­sen der Erzie­hungs­be­rech­tig­ten an einem Erhalt der Schu­le nicht aus­rei­chend ermit­telt und berück­sich­tigt.

Nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts Olden­burg habe die Gemein­de Rhau­der­fehn als Schul­trä­ger schlüs­sig und nach­voll­zieh­bar dar­ge­legt, dass die Zahl der Schü­ler an den im süd­li­chen Gemein­de­ge­biet von Rhau­der­fehn gele­ge­nen Grund­schu­len in den ver­gan­ge­nen Jah­ren kon­ti­nu­ier­lich gesun­ken und für die kom­men­den Jah­re mit einem wei­te­ren Rück­gang zu rech­nen sei. Auf­ga­be des Schul­trä­gers sei es, die Orga­ni­sa­ti­on der Schu­len in sei­nem Zustän­dig­keits­be­reich nach einem über eine ein­zel­ne Schu­le hin­aus­ge­hen­den pla­ne­ri­schen Gesamt­kon­zept zu gestal­ten. Dabei blei­be es ihm grund­sätz­lich unbe­nom­men auch sol­che Schu­len zu schlie­ßen, deren Schü­ler­zah­len weni­ger rück­läu­fig sei­en, wenn dadurch dem Gesamt­kon­zept ent­spre­chend eine oder meh­re­re ande­re Schu­len durch die dann auf sie ent­fal­len­den zusätz­li­chen Schü­ler gestärkt wür­den. Dies sei hier der Fall. Die im Rah­men einer grund­le­gen­den Grund­schul­struk­tur­re­form getrof­fe­ne Ent­schei­dung der Gemein­de Rhau­der­fehn, ein­zel­ne Grund­schu­len, dar­un­ter auch die Kon­ke-Olt­manns-Schu­le, sofort zu schlie­ßen bzw. den Schul­be­trieb suk­zes­si­ve aus­lau­fen zu las­sen, füh­re bei der ver­blei­ben­den Grund­schu­le Lang­holt zu einer höhe­ren Aus­nut­zung der dort vor­han­de­nen Kapa­zi­tä­ten.

Die Gemein­de habe bei ihrer Ent­schei­dung das Inter­es­se der Erzie­hungs­be­rech­tig­ten in aus­rei­chen­dem Maße berück­sich­tigt, indem sie unter ande­rem in allen betrof­fe­nen Grund­schu­len für die Eltern Infor­ma­ti­ons­aben­de zu den Über­le­gun­gen der Ver­wal­tung zu einer Grund­schul­struk­tur­re­form durch­ge­führt habe, bei denen die Erzie­hungs­be­rech­tig­ten Beden­ken und Vor­schlä­ge äußern konn­ten.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt hat den Antrag der Eltern abge­lehnt.

Ver­wal­tungs­ge­richt Olden­burg, Beschluss vom 14. Juli 2014 – 5 B 2130/​14