Die Sta­si-Erklä­rung eines säch­si­schen Bür­ger­meis­ters

Das blo­ße Unter­las­sen einer Erklä­rung zu einer etwai­gen Sta­si­mit­ar­beit nach § 41 Abs. 4 Sächs. KomWG im Zusam­men­hang mit der Ein­rei­chung eines Wahl­vor­schla­ges zu einer Bür­ger­meis­ter­wahl stellt kei­nen wesent­li­chen Feh­ler dar.

Die Sta­si-Erklä­rung eines säch­si­schen Bür­ger­meis­ters

Mit die­ser Begrün­dung hat das Säch­si­sche Ober­ver­wal­tungs­ge­richt die Wahl des bis­he­ri­gen Amts­in­ha­bers Georg Pasch­ke zum Bür­ger­meis­ter von Königs­war­tha vom 8. Juni 2008 für gül­tig erklärt. Das Land­rats­amt Baut­zen hat­te die Wahl mit dem Wahl­prü­fungs­be­scheid vom 17. Juni 2009 für ungül­tig erklärt, da Herr Pasch­ke sei­nem Wahl­vor­schlag kei­ne Erklä­rung zu einer etwai­gen Sta­si­mit­ar­beit bei­gefügt hat­te. Vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt Dres­den 1 ist die Ent­schei­dung des Land­rats­am­tes bestä­tigt wor­den.

Nun ist das Säch­si­sche Ober­ver­wal­tungs­ge­richt ande­rer Auf­fas­sung gewe­sen. Die feh­len­de Bei­fü­gung einer sog. Stasi­er­klä­rung nach § 41 Abs. 4 KomWG stellt kei­ne Ver­let­zung einer die Ungül­tig­erklä­rung recht­fer­ti­gen­den wesent­li­chen Vor­schrift über die Wahl­vor­be­rei­tung dar. Die Ver­pflich­tung hat zum Hin­ter­grund, dass ein haupt­amt­li­cher Bür­ger­meis­ter zugleich Beam­ter auf Zeit ist. Nach der Recht­spre­chung des Säch­si­schen Ver­fas­sungs­ge­richts­hofs 2 hin­dert hin­ge­gen selbst eine fest­ge­stell­te Sta­si-Mit­ar­beit für sich allein nicht die Über­nah­me eines zum Bür­ger­meis­ter Gewähl­ten in das Beam­ten­ver­hält­nis. Des­halb stellt das blo­ße Unter­las­sen einer Erklä­rung zu einer etwai­gen Sta­si­mit­ar­beit im Zusam­men­hang mit der Ein­rei­chung des Wahl­vor­schla­ges kei­nen wesent­li­chen Feh­ler dar.

Säch­si­sches Ober­ver­wal­tungs­ge­richt, Urteil vom 8. Mai 2012 – 4 A 91/​12

  1. VG Dres­den, Urteil vom 02.03.2010 – 7 K 1019/​09[]
  2. Sächs. VerfGH ,Urteil vom 20.02.1997 – Vf. 25-IV-96[]