Die Stu­di­en­platz­ka­pa­zi­tät in Göt­tin­gen

Ist der vom Land Nie­der­sach­sen mit den Uni­ver­si­tä­ten im Land beschlos­se­ne "Zukunfts­ver­trag II" nicht umge­setzt wor­den, haben die Uni­ver­si­tä­ten zu ihren errech­ne­ten Stu­di­en­ka­pa­zi­tä­ten noch einen Sicher­heits­auf­schlag von 15 % an Stu­die­ren­den auf­zu­neh­men.

Die Stu­di­en­platz­ka­pa­zi­tät in Göt­tin­gen

So das Ver­wal­tungs­ge­richt Göt­tin­gen in den hier vor­lie­gen­den Fäl­len, in denen die Georg-August-Uni­ver­si­tät Göt­tin­gen ver­pflich­tet wor­den ist, in den Stu­di­en­gän­gen Human- und Zahn­me­di­zin vor­läu­fig ins­ge­samt 46 wei­te­re Stu­den­ten auf­zu­neh­men. Wie zu Beginn jedes Semes­ters, haben auch im Som­mer­se­mes­ter 2012 zahl­rei­che Antrag­stel­le­rin­nen und Antrag­stel­ler ver­sucht, durch gericht­li­che Ent­schei­dung einen Stu­di­en­platz außer­halb der durch Ver­ord­nung fest­ge­leg­ten Stu­di­en­platz­ka­pa­zi­tät zu erhal­ten, die bis­her kei­ne Zulas­sung zu dem von ihnen begehr­ten zulas­sungs- beschränk­ten Stu­di­en­gang erhal­ten hat­ten. In den Stu­di­en­gän­gen Human- und Zahn­me­di­zin hat­te das Gericht ins­ge­samt ca. 650 Anträ­ge zu bear­bei­ten.

Wie bereits im ver­gan­ge­nen Semes­ter fand das Ver­wal­tungs­ge­richt Göt­tin­gen bei der Kon­trol­le der von der Uni­ver­si­tät vor­ge­nom­me­nen Kapa­zi­täts­be­rech­nun­gen, ver­teilt auf die ver­schie­de­nen Stu­di­en­gän­ge zahl­rei­che wei­te­re "ver­bor­ge­ne" Stu­di­en­plät­ze. Grund hier­für war im Wesent­li­chen erneut ein vom Gericht vor­ge­nom­me­ner Sicher­heits­auf­schlag von 15 % auf die bis­her errech­ne­te Kapa­zi­tät. Die­sen hielt das Ver­wal­tungs­ge­richt für erfor­der­lich, weil die Uni­ver­si­tät Göt­tin­gen den vom Land Nie­der­sach­sen mit den Uni­ver­si­tä­ten im Lan­de geschlos­se­nen "Zukunfts­ver­trag II", dem der Land­tag in sei­ner Sit­zung am 6. Okto­ber 2010 zuge­stimmt hat und der zum 1. Janu­ar 2011 in Kraft getre­te­nen ist, nicht umge­setzt habe. Die Kam­mer hat inso­weit an ihrer bis­he­ri­gen Recht­spre­chung fest­ge­hal­ten und die Gegen­ar­gu­men­te der Uni­ver­si­tät für nicht durch­grei­fend erach­tet. Ledig­lich für die kli­ni­schen Semes­ter des Stu­di­en­gangs Human­me­di­zin sind kei­ne wei­te­ren Stu­den­ten auf­zu­neh­men.

Ver­wal­tungs­ge­richt Göt­tin­gen, Beschlüs­se vom 27. April 2012 – 8 C 1/​12 u.a. (Human­me­di­zin), 8 C 8/​12 u.a. (Kli­ni­sche Medi­zin) sowie 8 C 23/​12 u.a. (Zahn­me­di­zin)