Die sub­stanz­lo­se Ver­fas­sungs­be­schwer­de – und die Missbrauchsgebühr

Dem Beschwer­de­füh­rer kann nach § 34 Abs. 2 BVerfGG eine Miss­brauchs­ge­bühr auf­er­legt wer­den, wenn die Ein­le­gung der Ver­fas­sungs­be­schwer­de miss­bräuch­lich erfolgt ist. 

Die sub­stanz­lo­se Ver­fas­sungs­be­schwer­de – und die Missbrauchsgebühr

Ein Miss­brauch im Sin­ne des § 34 Abs. 2 BVerfGG liegt vor, wenn das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt durch für jeder­mann erkenn­bar sub­stanz­lo­se Ver­fas­sungs­be­schwer­den an der Erfül­lung sei­ner Auf­ga­ben gehin­dert wird und dadurch ande­ren Recht­su­chen­den der ihnen zukom­men­de Grund­rechts­schutz nur ver­zö­gert gewährt wer­den kann. Sei­ne vor­dring­li­che Auf­ga­be besteht dar­in, grund­sätz­li­che Ver­fas­sungs­fra­gen zu ent­schei­den und ? wo nötig ? die Grund­rech­te des Ein­zel­nen durch­zu­set­zen1. Um die miss­bräuch­li­che Ein­le­gung einer Ver­fas­sungs­be­schwer­de han­delt es sich unter ande­rem dann, wenn sie offen­sicht­lich unzu­läs­sig oder unbe­grün­det ist und ihre Ein­le­gung von jedem Ein­sich­ti­gen als völ­lig aus­sichts­los ange­se­hen wer­den muss2

Das war vor­lie­gend der Fall. Dem Beschwer­de­füh­rer wur­de bereits mit Kam­mer­be­schluss des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts vom 21.04.20213 die Ver­hän­gung einer Miss­brauchs­ge­bühr ange­droht. Dies hat ihn jedoch nicht davon abge­hal­ten, sich bereits ab dem 2.06.2021 mit einer wei­te­ren, ins­ge­samt sechs­bän­di­gen Ver­fas­sungs­be­schwer­de an das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt zu wen­den. Wie bereits in den Ver­fas­sungs­be­schwer­de­ver­fah­ren 1 BvR 1886/​20 und 1 BvR 2181/​20 greift der Beschwer­de­füh­rer die Zurück­wei­sung und Ver­wer­fung wie­der­hol­ter Ableh­nungs­ge­su­che an, die er im fach­ge­richt­li­chen Ver­fah­ren ohne nach­voll­zieh­ba­re Begrün­dung gegen die­sel­ben Rich­ter eines Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts am Ober­lan­des­ge­richt gestellt hat. Er nimmt dar­über hin­aus im Zusam­men­hang mit dem­sel­ben Aus­gangs­sach­ver­halt jedes Tätig­wer­den des Ober­lan­des­ge­richts zum Anlass, um wei­te­re sub­stanz­lo­se Ver­fas­sungs­be­schwer­den ein­zu­rei­chen, ohne sich jedoch mit den jeweils ange­grif­fe­nen Ent­schei­dun­gen sub­stan­ti­iert auseinanderzusetzen.

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Macht im vor­lie­gen­den Fall eine Miss­brauchs­ge­bühr in Höhe von 250 Euro (in Wor­ten: zwei­hun­dert­fünf­zig Euro).

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 31. August 2021 – 1 BvR 1549/​21

  1. vgl. BVerfG, Beschluss vom 29.03.2017 – 1 BvR 373/​17, Rn. 5; Beschluss vom 02.04.2020 – 1 BvR 447/​20, Rn. 3 m.w.N.[]
  2. vgl. BVerfG, Beschluss vom 02.04.2020 – 1 BvR 447/​20, Rn. 3 m.w.N.[]
  3. BVerfG, Beschluss vom 21.04.2021 – 1 BvR 1886/​20, 1 BvR 2181/​20[]