Die Täto­wie­rung eines Ponys

Das Täto­wie­ren von Tie­ren Ist, soweit es nicht gesetz­lich für Kenn­zeich­nungs­zwe­cke zuge­las­sen ist, mit dem Tier­schutz­recht nicht zu ver­ein­ba­ren.

Die Täto­wie­rung eines Ponys

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt für das Land Nord­rhein-West­fa­len in dem hier vor­lie­gen­den Fall eine Ord­nungs­ver­fü­gung des Krei­ses Coes­feld für rech­tens erkannt, mit der einem Gewer­be­trei­ben­den unter­sagt wor­den war, Tie­re zu täto­wie­ren oder täto­wie­ren zu las­sen. Der Klä­ger, der ein Gewer­be für die Tätig­keit "Täto­ser­vice für Tie­re" ange­mel­det hat, hat­te vor, ein Pferd mit der sog. "Rol­ling-Stones-Zun­ge" täto­wie­ren zu las­sen. Die­ses Vor­ha­ben hat­te er schon inso­weit umge­setzt, als er den rech­ten hin­te­ren Ober­schen­kel eines Schim­mel­po­nys mit einer ca. 15 cm gro­ßen Skiz­ze die­ses Motivs hat ver­se­hen las­sen. Nun wehrt er sich gegen die Ord­nungs­ver­fü­gung mit der ein­ge­reich­ten Kla­ge.

Nach Auf­fas­sung des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts des Lan­des Nord­rhein-West­fa­len sei das Täto­wie­ren von Tie­ren, soweit es nicht gesetz­lich für Kenn­zeich­nungs­zwe­cke zuge­las­sen ist, mit dem Tier­schutz­recht nicht zu ver­ein­ba­ren. Nach § 1 Satz 2 des Tier­schutz­ge­set­zes dür­fe nie­mand einem Tier ohne ver­nünf­ti­gen Grund Schmer­zen, Lei­den oder Schä­den zufü­gen. Gegen die­se Vor­schrift habe der Klä­ger ver­sto­ßen. Das Täto­wie­ren rufe bei den betrof­fe­nen Tie­ren Schmer­zen her­vor. Ein ver­nünf­ti­ger Grund für das Täto­wie­ren bestehe nicht. Ein sol­cher lie­ge nicht in einer allein mode­be­ding­te Ver­än­de­rung des äuße­ren Erschei­nungs­bil­des eines Tie­res. Auch der Ver­weis des Klä­gers auf ein Erfor­der­nis einer siche­ren indi­vi­du­el­len Kenn­zeich­nung des jewei­li­gen Tie­res sowie auf sei­ne eige­nen wirt­schaft­li­chen Inter­es­sen las­se kei­nen ver­nünf­ti­gen Grund für das Täto­wie­ren her­vor­tre­ten. Gegen­über die­sen Belan­gen kom­me dem Schutz der Tie­re vor Schmer­zen der Vor­rang zu.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt des Lan­des Nord­rhein-West­fa­len, Urteil vom 10. August 2012 – 20 A 1240/​11

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