Die Tele­kom und der Zugang zu Sport­wet­ten­an­bie­ter im Inter­net

Die gegen die Deut­sche Tele­kom AG ange­ord­ne­te Sper­rung des Zugangs zum Inter­net­an­ge­bot zwei­er gro­ßer Sport­wet­ten­an­bie­ter mit Sitz im Aus­land ver­stößt nach einer Ent­schei­dung des Ver­wal­tungs­ge­richts Köln gegen die Grund­rech­te und ist rechts­wid­rig.

Die Tele­kom und der Zugang zu Sport­wet­ten­an­bie­ter im Inter­net

Mit die­sem Urteil hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Köln der Kla­ge der Deut­schen Tele­kom AG gegen die Anord­nung der Bezirks­re­gie­rung Düs­sel­dorf statt­ge­ge­ben. Im Jahr 2010 gab die Bezirks­re­gie­rung Düs­sel­dorf, die für der­ar­ti­ge Anord­nun­gen in Nord­rhein-West­fa­len zustän­dig ist, der Klä­ge­rin auf, die über sie zugäng­li­chen Web­sites von zwei gro­ßen Online-Sport­wet­ten­an­bie­tern zu sper­ren, die vom Aus­land über das Inter­net in Deutsch­land uner­laub­te Sport­wet­ten anbie­ten.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt gab der Kla­ge statt und stell­te fest, dass die Klä­ge­rin als blo­ßer „Access-Pro­vi­der“ nach dem gestuf­ten Haf­tungs- und Ver­ant­wor­tungs­sys­tem des Tele­me­di­en­ge­set­zes nicht für die Inhal­te der Domains der bei­den Sport­wet­ten­an­bie­ter ver­ant­wort­lich sei, auch wenn sie um deren Rechts­wid­rig­keit wis­se. Die Klä­ge­rin kön­ne auch nicht nach all­ge­mei­nem Ord­nungs­recht in Anspruch genom­men wer­den. Denn die Bezirks­re­gie­rung Düs­sel­dorf habe die Klä­ge­rin gezielt als einen der bei­den gro­ßen Anbie­ter in Nord­rhein-West­fa­len in Anspruch genom­men, ohne ein schlüs­si­ges Gesamt­kon­zept zum gleich­zei­ti­gen Vor­ge­hen gegen alle „Access-Pro­vi­der“ in Nord­rhein-West­fa­len zu haben. Dadurch wer­de in wett­be­werbs­ver­zer­ren­der Wei­se in das Markt­ge­sche­hen und die Grund­rech­te der Klä­ge­rin ein­ge­grif­fen. Die­se müs­se zu recht besor­gen, durch die ange­foch­te­ne Anord­nung als "zen­sier­te" Anbie­te­rin stig­ma­ti­siert zu wer­den.

Ver­wal­tungs­ge­richt Köln, Urteil vom 12. Janu­ar 2012 – 6 K 5404/​10