Die Über­zeu­gungs­bil­dung des Ver­wal­tungs­ge­richts – und die Auf­klä­rungs­pflicht

Zwar muss der Tatrich­ter wegen der ihm oblie­gen­den Pflicht zur Sach­ver­halts­auf­klä­rung von Amts wegen alle zur Tat­sa­chen­fest­stel­lung geeig­ne­ten Erkennt­nis­se nut­zen.

Die Über­zeu­gungs­bil­dung des Ver­wal­tungs­ge­richts – und die Auf­klä­rungs­pflicht

Eine Ver­let­zung der Auf­klä­rungs­pflicht liegt aber regel­mä­ßig dann nicht vor, wenn das Gericht den nach sei­ner Rechts­auf­fas­sung ent­schei­dungs­er­heb­li­chen Sach­ver­halt auf­grund der durch­ge­führ­ten Beweis­auf­nah­me für auf­ge­klärt gehal­ten hat und die sach­kun­dig ver­tre­te­nen Ver­fah­rens­be­tei­lig­ten kei­ne Beweis­an­trä­ge gemäß § 86 Abs. 2 VwGO gestellt haben 1.

Denn ein Gericht ver­letzt sei­ne Pflicht zur erschöp­fen­den Sach­ver­halts­auf­klä­rung grund­sätz­lich dann nicht, wenn es von einer Beweis­erhe­bung absieht, die ein sach­kun­dig ver­tre­te­ner Ver­fah­rens­be­tei­lig­ter nicht aus­drück­lich bean­tragt hat und die sich dem Gericht auch nicht auf­drän­gen muss­te. Die Auf­klä­rungs­rü­ge dient nicht dazu, Beweis­an­trä­ge zu erset­zen, die ein Betei­lig­ter in zumut­ba­rer Wei­se hät­te stel­len kön­nen, jedoch zu stel­len unter­las­sen hat 2.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 3. Febru­ar 2016 – 1 B 792015 -

  1. BVerwG, Beschlüs­se vom 10.10.2013 – 10 B 19.13, Buch­holz 310 § 132 Abs. 2 Ziff. 3 VwGO Nr. 67; und vom 11.08.2015 – 1 B 37.15 []
  2. BVerwG, Urteil vom 29.05.2008 – 10 C 11.07, BVerw­GE 132, 186 = Buch­holz 451.902 Europ. Ausl.-u. Asyl­recht Nr. 21, jeweils Rn. 13 m.w.N.[]