Die Ver­äu­ße­rung eines Hun­des wäh­rend des Kran­ken­haus­auf­ent­halts des Herr­chens

Zwar kann ein Tier in einer Not­la­ge zunächst in Ver­wah­rung genom­men wer­den, aller­dings darf es nicht sogleich zum Nach­teil des bis­he­ri­gen Eigen­tü­mers ver­äu­ßert wer­den – ohne dass die­se Absicht dem Betrof­fe­nen bzw. sei­nem Ver­tre­ter vor­her bekannt­ge­ge­ben wor­den ist.

Die Ver­äu­ße­rung eines Hun­des wäh­rend des Kran­ken­haus­auf­ent­halts des Herr­chens

So das Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin in einem Eil­ver­fah­ren ent­schie­den, mit dem sich ein Tier­hal­ter dage­gen gewehrt hat, dass sein Hund wäh­rend sei­nes Kran­ken­haus­auf­ent­halts ver­äu­ßert wor­den ist. Der Antrag­stel­ler wur­de am 11. Janu­ar 2013 wegen einer psy­chi­schen Erkran­kung not­fall­mä­ßig in eine Kli­nik gebracht. In sei­ner Woh­nung fand die Poli­zei einen Hund und eine Kat­ze vor. Bei­de Tie­re wur­den zunächst in die Tier­sam­mel­stel­le gebracht. Nach vier Tagen wur­de der Hund (ein etwa fünf Jah­re alter Spitz-Cor­gi-Mix) vom Vete­ri­när­amt zur Ver­mitt­lung frei­ge­ge­ben. Obwohl der Betreu­er des Antrag­stel­lers gegen­über der Behör­de ange­bo­ten hat­te, den Hund vor­über­ge­hend einer erfah­re­nen Hun­de­hal­te­rin in Obhut zu geben, wur­de das Tier zunächst für eini­ge Tage auf Pro­be zu einer Fami­lie nach Tel­tow ver­mit­telt und schließ­lich am 27. Janu­ar 2013 ver­äu­ßert.

Nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts Ber­lin kön­ne ein Tier in einer Not­la­ge zwar zunächst in Ver­wah­rung genom­men wer­den. Es dür­fe aber nicht sogleich zum Nach­teil des bis­he­ri­gen Eigen­tü­mers ver­äu­ßert wer­den. Die­se Absicht müs­se dem Betrof­fe­nen bzw. sei­nem Ver­tre­ter vor­her bekannt­ge­ge­ben wer­den, damit er dage­gen wenigs­tens ein gericht­li­ches Eil­ver­fah­ren in Gang set­zen kön­ne. Der Antrag­stel­ler habe sich in der Ver­gan­gen­heit offen­bar um sei­nen Hund geküm­mert, und die­ser habe sich trotz der Erkran­kung sei­nes Hal­ters in einem guten Zustand befun­den. Zudem hät­ten die den Antrag­stel­ler behan­deln­den Ärz­te beschei­nigt, dass der Hund zu des­sen Sta­bi­li­sie­rung bei­tra­gen wer­de.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt hat die Behör­de dazu ver­pflich­tet, den Hund an den Betreu­er des Antrag­stel­lers zurück­zu­ge­ben. Not­falls müs­se sich die Behör­de bemü­hen, das Tier, dem ein erneu­ter Hal­ter­wech­sel zumut­bar sei, zurück­zu­kau­fen.

Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin, Beschluss vom 19. Febru­ar 2013 – 24 L 25.13