Die Ver­fas­sungs­be­schwer­de eines Abge­ord­ne­ten

Abge­ord­ne­te (hier: im Stadt­rat) sind im Ver­fas­sungs­be­schwer­de­ver­fah­ren nicht beschwer­de­be­rech­tigt, wenn sie aus­schließ­lich gel­tend machen, in mit ihrem Sta­tus ver­bun­de­nen Rech­ten ver­letzt zu sein.

Die Ver­fas­sungs­be­schwer­de eines Abge­ord­ne­ten

Die Ver­fas­sungs­be­schwer­de ist der spe­zi­fi­sche Rechts­be­helf des Bür­gers gegen den Staat. Sie ist "jeder­mann" eröff­net, wenn die öffent­li­che Gewalt in die Sphä­re des Bür­gers ein­greift, die durch Grund­rech­te oder grund­rechts­glei­che Gewähr­leis­tun­gen gegen­über dem Staat gesi­chert ist 1. Dage­gen sind Strei­tig­kei­ten zwi­schen Staats­or­ga­nen nicht im Rah­men der Ver­fas­sungs­be­schwer­de, son­dern in den dafür vor­ge­se­he­nen Organ­streit­ver­fah­ren aus­zu­tra­gen 2 – soweit die­se eröff­net sind.

Dies gilt auch, wenn Abge­ord­ne­te gel­tend machen, in mit ihrem Sta­tus ver­bun­de­nen Rech­ten ver­letzt zu sein 3.

In einem sol­chen Fall fehlt ihnen gemäß Art. 93 Abs. 1 Nr. 4a GG, § 90 Abs. 1 BVerfGG bereits die Beschwer­de­be­rech­ti­gung.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 4. August 2015 – 2 BvR 1690/​14

  1. vgl. BVerfGE 4, 27, 30; 6, 445, 448; 60, 175, 201 f.; 64, 301, 312[]
  2. vgl. BVerfGE 15, 298, 302; 43, 142, 148[]
  3. vgl. BVerfGE 62, 1, 32 m.w.N.; vgl. ins­ge­samt zur feh­len­den Beschwer­de­be­rech­ti­gung BVerfGK 19, 40, 42; BVerfG, Beschuss vom 02.07.1993 – 2 BvR 1130/​93, NVwZ 1994, S. 56, 57[]