Die Ver­sor­gung eines Kran­ken­hau­ses mit Arz­nei­mit­teln

Bei der ver­trag­li­chen Ver­sor­gung eines Kran­ken­hau­ses mit Arz­nei­mit­teln ist eine Auf­spal­tung der Apo­the­ken­ver­ant­wort­lich­keit auf blo­ße Teil­leis­tun­gen an das jewei­li­ge Kran­ken­haus nicht zuläs­sig. Die Arz­nei­mit­tel­si­cher­heit ist nur bei der Arz­nei­mit­tel­ver­sor­gung „aus einer Hand“ gewähr­leis­tet.

Die Ver­sor­gung eines Kran­ken­hau­ses mit Arz­nei­mit­teln

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Mag­de­burg in dem hier vor­lie­gen­den Fall die Kla­ge eines Kran­ken­haus-Unter­neh­mens abge­wie­sen, deren Ver­trä­ge mit meh­re­ren Apo­the­ken zur Arz­nei­mit­tel­ver­sor­gung eines Kran­ken­hau­ses nicht von der Apo­the­ken­kam­mer geneh­migt wor­den waren. Das Unter­neh­men hat­te mit einer Apo­the­ke in Bay­ern und zusätz­lich mit einer Apo­the­ke in der Lan­des­haupt­stadt Mag­de­burg Ver­trä­ge geschlos­sen. Dar­in wur­de die Ver­sor­gung von zwei dem Kon­zern in Sach­sen-Anhalt gehö­ren­den Kli­ni­ken mit Medi­ka­men­ten ver­ein­bart. Die Regel­ver­sor­gung soll­te von der Apo­the­ke in Bay­ern über­nom­men wer­den, die Not­fall­ver­sor­gung hin­ge­gen von der Apo­the­ke in Mag­de­burg. Die zustän­di­ge Apo­the­ker­kam­mer des Lan­des ver­sag­te den Ver­trä­gen ihre Geneh­mi­gung. Hier­ge­gen hat sich das Kran­ken­haus-Unter­neh­men mit sei­ner Kla­ge vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt gewandt.

Nach gel­ten­dem Recht ist die Arz­nei­mit­tel­si­cher­heit nur bei der Arz­nei­mit­tel­ver­sor­gung „aus einer Hand“ gewähr­leis­tet – so das Ver­wal­tungs­ge­richt Mag­de­burg in sei­ner Urteils­be­grün­dung. Die ent­spre­chen­de Vor­schrift des § 14 Abs. 5 des Apo­the­ken­ge­set­zes las­se kei­ne Auf­spal­tung der Apo­the­ken­ver­ant­wort­lich­keit auf blo­ße Teil­leis­tun­gen an das jewei­li­ge Kran­ken­haus zu. Dies ver­sto­ße weder gegen Grund­rech­te des Kli­nik­be­trei­bers noch gegen euro­pa­recht­li­che Frei­hei­ten.

Ver­wal­tungs­ge­richt Mag­de­burg, Urtei­le vom 11. Okto­ber 2012 – 3 A 193/​11 MD und 3 A 194/​11 MD