Die zu nied­ri­ge Streit­wert­fest­set­zung

Durch eine zu nied­ri­ge Streit­wert­fest­set­zung kann ein nicht kos­ten­pflich­ti­ger – obsie­gen­der – Ver­fah­rens­be­tei­lig­ter beschwert sein, wenn er mit sei­nem Pro­zess­be­voll­mäch­tig­ten eine höhe­re Hono­rar­ver­ein­ba­rung – hier Streit­wert­ver­ein­ba­rung – getrof­fen hat und die unzu­tref­fen­de Streit­wert­fest­set­zung daher zu einer gerin­ge­ren Kos­ten­er­stat­tung durch den Kos­ten­pflich­ti­gen führt.

Die zu nied­ri­ge Streit­wert­fest­set­zung

Zwar kann ein Ver­fah­rens­be­tei­lig­ter grund­sätz­lich nur dann durch eine Streit­wert­fest­set­zung beschwert sein, wenn er selbst kos­ten­pflich­tig ist und der Streit­wert zu hoch fest­ge­setzt ist. Durch eine zu nied­ri­ge Fest­set­zung des Streit­werts ist im Regel­fall allein der Pro­zess­be­voll­mäch­tig­te des Ver­fah­rens­be­tei­lig­ten beschwert; er kann in einem sol­chen Fall nach § 32 Abs. 2 RVG Beschwer­de aus eige­nem Recht ein­le­gen 1. Im Aus­nah­me­fall hat auch ein nicht kos­ten­pflich­ti­ger – obsie­gen­der – Ver­fah­rens­be­tei­lig­ter ein schutz­wür­di­ges Inter­es­se dar­an, dass der Streit­wert nicht unzu­tref­fend zu nied­rig fest­ge­setzt wird, wenn er – wie im vor­lie­gen­den Fall – mit sei­nem Pro­zess­be­voll­mäch­tig­ten eine die­sen über­stei­gen­de Hono­rar­ver­ein­ba­rung getrof­fen hat und des­halb durch eine zu nied­ri­ge Streit­wert­fest­set­zung belas­tet wird, die zu einer nied­ri­ge­ren Kos­ten­er­stat­tung durch den Kos­ten­pflich­ti­gen und damit de fac­to zu einer Erhö­hung sei­ner eige­nen Zah­lungs­ver­pflich­tung führt 2.

Nie­der­säch­si­sches Ober­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 24. Mai 2011 – 10 OA 32/​11

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 12.02.1986 – IVa ZR 138/​83, NJW-RR 1986, 737; OLG Bran­den­burg, Beschluss vom 11.05.2004 – 7 W 5/​04, NJW-RR 2005, 80[]
  2. vgl. OVG Saar­land, Beschluss vom 12.07.2007 – 2 E 151/​07, NJW 2008, 312; OVG Sach­sen, Beschlüs­se vom 7.01.2004 – 1 E 179/​03, Sächs­VBl. 2004, 89; und vom 01.03.2006 – 2 E 324/​05, NVwZ-RR 2006, 654; VGH Baden-Würt­tem­berg, Beschluss vom 24.06.2002 – 10 S 2551/​01, NVwZ-RR 2002, 900; BayVGH, Beschluss vom 20.05.1996 – 2 C 96.526, NVwZ-RR 1997, 195; OLG Düs­sel­dorf, Beschluss vom 16.06.2005 – I-5 W 13/​05, MDR 2006, 297; OLG Frank­furt, Beschluss vom 13.08.2009 – 6 W 182/​08; eben­so für den Fall einer Streit­wert­ver­ein­ba­rung OVG Meck­len­burg-Vor­pom­mern, Beschluss vom 22.04.2008 – 3 K 31/​05, Jur­Bü­ro 2009, 90[]