Die Zuläs­sig­keit einer Kla­ge eines Dritt­be­trof­fe­nen

Auch wenn ein Bescheid der Baye­ri­schen Lan­des­zen­tra­le für neue Medi­en (BLM) an den Pro­gramma­nie­ter und nicht an den Ver­an­stal­ter und Pro­du­zen­ten gerich­tet ist, darf die­ser gegen den Bescheid kla­gen, da die Auf­for­de­rung zur Pro­gramm­än­de­rung die­sen zumin­dest mit­tel­bar und nicht nur als Reflex in sei­nem Grund­recht auf freie Berufs­aus­übung betrifft.

Die Zuläs­sig­keit einer Kla­ge eines Dritt­be­trof­fe­nen

So hat der Baye­ri­sche Ver­wal­tungs­ge­richts­hof in dem hier vor­lie­gen­den Fall über die Kla­ge­be­fug­nis der „Ulti­ma­te Figh­t­ing Cham­pions­hip“ (UFC) gegen medi­en­recht­li­che Beschrän­kun­gen ent­schie­den. Dabei ging es zunächst nur um die Zuläs­sig­keit der Kla­ge der UFC. Der Rechts­streit zu den mate­ri­el­len Pro­ble­men des Fal­les ist wei­ter­hin vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt Mün­chen anhän­gig. Die BLM hat­te der Sport.1 GmbH gegen­über ver­fügt, die For­ma­te „The Ulti­ma­te Figh­ter“, „UFC Unleas­hed“ und „UFC Fight Night“ durch geneh­mi­gungs­fä­hi­ge ande­re Inhal­te zu erset­zen. Die Mas­si­vi­tät der gezeig­ten Gewalt und die statt­fin­den den Tabu­brü­che wider­sprä­chen dem Leit­bild des öffent­lich ver­ant­wor­te­ten und in öffent­lich-recht­li­cher Trä­ger­schaft betrie­be­nen Rund­funks. Das Ver­wal­tungs­ge­richt Mün­chen hat­te bereits fest­ge­stellt, dass sich die Pro­du­zen­tin gegen den Bescheid zur Wehr set­zen darf.

In sei­ner Urteils­be­grün­dung hat der Baye­ri­sche Ver­wal­tungs­ge­richts­hof aus­ge­führt, dass im Regel­fall nur dem von einer behörd­li­chen Ver­fü­gung unmit­tel­bar Beschwer­ten der Weg zu den Ver­wal­tungs­ge­rich­ten offen ste­he. Zwar rich­te sich das Pro­gramm­än­de­rungs­ver­lan­gen pri­mär an die Sport.1 GmbH als Rund­funk­ver­an­stal­te­rin bzw. ‑anbie­te­rin. Aber auch wenn zwi­schen der BLM und der UFC kein unmit­tel­ba­res medi­en­recht­li­ches Rechts­ver­hält­nis bestehe, zie­le doch das Pro­gramm­än­de­rungs­ver­lan­gen auf den Inhalt der pro­du­zier­ten For­ma­te ab. Damit wer­de der UFC zwar nicht die Ver­an­stal­tung als sol­che, wohl aber deren Ver­brei­tung und Ver­mark­tung als TV-Pro­duk­ti­on in Deutsch­land zumin­dest erheb­lich erschwert. Sie müs­se des­halb auch als Dritt­be­trof­fe­ne die Mög­lich­keit haben, die­se Maß­nah­me der gericht­li­chen Über­prü­fung zuzu­füh­ren und kön­ne sich dar­auf beru­fen, dass die Auf­for­de­rung zur Pro­gramm­än­de­rung sie zumin­dest mit­tel­bar und nicht nur als Reflex in ihrem Grund­recht auf freie Berufs­aus­übung betref­fe. Gegen die­se Auf­for­de­rung zur Pro­gramm­än­de­rung kön­ne sich auch die Toch­ter­ge­sell­schaft der US-ame­ri­ka­ni­schen Grün­de­rin und Betrei­be­rin der inter­na­tio­nal ver­brei­te­ten Kampf­sport­li­ga UFC als Pro­du­zen­tin und Zulie­fe­rin des umstrit­te­nen Ange­bots zur Wehr set­zen. Ihr sei eine Kla­ge­be­fug­nis zuzu­ge­ste­hen.

Baye­ri­scher Ver­wal­tungs­ge­richts­hof, Urteil vom 13. Janu­ar 2014 – 7 BV 13.1397