Dienst­auf­sichts­be­schwer­de – und die Frist zur Ein­le­gung einer Ver­fas­sungs­be­schwer­de

Vom Beschwer­de­füh­rer ein­ge­leg­te Dienst­auf­sichts­be­schwer­den nach § 26 DRiG sind nicht geeig­net, den Frist­lauf für eine Ver­fas­sungs­be­schwer­de zu hem­men 1.

Dienst­auf­sichts­be­schwer­de – und die Frist zur Ein­le­gung einer Ver­fas­sungs­be­schwer­de

Zwar beinhal­tet der Grund­satz der Sub­si­dia­ri­tät der Ver­fas­sungs­be­schwer­de, dass ein Beschwer­de­füh­rer über das Gebot der Erschöp­fung des Rechts­wegs hin­aus alle nach Lage der Sache zur Ver­fü­gung ste­hen­den pro­zes­sua­len Mög­lich­kei­ten ergrei­fen muss, um eine Kor­rek­tur der gel­tend gemach­ten Ver­fas­sungs­ver­let­zung zu erwir­ken 2. Die­ses Ziel war vor­lie­gend mit den von dem Beschwer­de­füh­rer ein­ge­reich­ten Dienst­auf­sichts­be­schwer­den jedoch nicht zu errei­chen.

Die Dienst­auf­sicht nach § 26 DRiG erstreckt sich allein auf die äuße­re Wahr­neh­mung der dienst­li­chen Auf­ga­ben, nicht auf die Aus­übung der den Rich­tern in vol­ler Unab­hän­gig­keit anver­trau­ten recht­spre­chen­den Gewalt. Sie ermög­licht daher nicht die Besei­ti­gung einer rechts­kräf­ti­gen rich­ter­li­chen Ent­schei­dung 3.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 27. Sep­tem­ber 2019 – 1 BvR 1700/​19

  1. vgl. BVerfG, Beschluss vom 09.06.2004 – 1 BvR 872/​04, Rn. 2[]
  2. vgl. BVerfGE 73, 322, 325; 84, 203, 208[]
  3. BVerfG, Beschluss vom 09.06.2004 – 1 BvR 872/​04, Rn. 2[]