Effek­ti­ver Rechts­schutz = zeit­na­her Rechtsschutz

Die Garan­tie effek­ti­ven Rechts­schut­zes nach Art. 19 Abs. 4 GG beinhal­tet zwar auch einen Anspruch auf einen zeit­ge­rech­ten Rechts­schutz [1].

Effek­ti­ver Rechts­schutz = zeit­na­her Rechtsschutz

All­ge­mein gül­ti­ge Zeit­vor­ga­ben las­sen sich aus der Ver­fas­sung aber nicht ableiten.

Wann von einer unan­ge­mes­se­nen Ver­fah­rens­dau­er aus­zu­ge­hen ist, ist viel­mehr eine Fra­ge der Abwä­gung im Ein­zel­fall [2].

So auch in dem hier vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt ent­schie­de­nen (Extrem-)Fall: Dass das Ober­lan­des­ge­richt durch die bis­lang nicht erfolg­te Ent­schei­dung über die Anhö­rungs­rü­ge den Anspruch auf einen zeit­ge­rech­ten Rechts­schutz ver­letzt haben könn­te, legt der Antrag­stel­ler nicht dar. Kon­kre­te Aus­füh­run­gen hier­zu waren ins­be­son­de­re des­we­gen gebo­ten, weil zwi­schen Erhe­bung der Anhö­rungs­rü­ge und Erhe­bung der Ver­fas­sungs­be­schwer­de nur knapp drei Wochen ver­gan­gen sind. Hin­zu kommt, dass der Antrag­stel­ler inner­halb die­ses Zeit­raums wei­te­re Ein­ga­ben an das Ober­lan­des­ge­richt Stutt­gart gerich­tet hat, um sei­ne Anhö­rungs­rü­ge wei­ter zu begründen.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 1. Okto­ber 2020 – 2 BvQ 63/​20

  1. vgl. BVerfGE 55, 349 <369>; 60, 253 <269>; 88, 118 <124>; 93, 1 <13>; BVerfGK 5, 155 <158>[]
  2. vgl. BVerfGE 55, 349 <369>; BVerfGK 5, 155 <158>[]

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