Ein Bau­er gehört ins Dorf!

Die Aus­wei­sung eines Dorf­ge­biets in einem Bebau­ungs­plan ist nach einem ges­tern ver­kün­de­ten Urteil des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt nur zuläs­sig, wenn in ihm auch land- oder forst­wirt­schaft­li­che Betrie­be unter­ge­bracht wer­den kön­nen.

Ein Bau­er gehört ins Dorf!

Die Leip­zi­ger Bun­des­rich­ter hat­ten sich mit einem im Rah­men der Nor­men­kon­trol­le ange­grif­fe­nen Bebau­ungs­plan zu befas­sen, der in der Orts­mit­te eines land­wirt­schaft­lich gepräg­ten Orts­teils u.a. ein Dorf­ge­biet mit drei Bau­plät­zen aus­weist, auf denen nach den Fest­stel­lun­gen des zuvor mit der Sache befass­ten Schles­wig-Hol­stei­ni­schen Ober­ver­wal­tungs­ge­richts aus­schließ­lich Wohn­ge­bäu­de mög­lich sind. Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt sah hier­in kei­nen Rechts­ver­stoß. Der Plan­ge­ber kön­ne sich dar­auf beschrän­ken, ein vor­han­de­nes (fak­ti­sches) Dorf­ge­biet in der Wei­se zu glie­dern, dass nur ein Teil des­sel­ben mit bestimm­ten, im Dorf­ge­biet zuläs­si­gen Nut­zun­gen (hier: Wohn­nut­zung) über­plant wird, sofern der über­plan­te Teil mit dem in der Plan­um­ge­bung wei­ter­hin vor­han­de­nen fak­ti­schen Dorf­ge­biet (hier: außer­halb des Plan­ge­bie­tes gele­ge­ne land­wirt­schaft­li­che Betrie­be) eine Ein­heit bil­det und in die­ser Ein­heit die all­ge­mei­ne Zweck­be­stim­mung eines Dorf­ge­biets gewahrt ist.

Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt ist die­ser Auf­fas­sung jedoch nicht gefolgt und hat den Bebau­ungs­plan im Hin­blick auf das fest­ge­setz­te Dorf­ge­biet für unwirk­sam erklärt. Die all­ge­mei­ne Zweck­be­stim­mung eines Dorf­ge­bie­tes nach § 5 BauN­VO ist nur gewahrt, wenn im Plan­ge­biet auch Wirt­schafts­stel­len land- oder forst­wirt­schaft­li­cher Betrie­be unter­ge­bracht wer­den kön­nen.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Urteil vom 23. April 2009 – 4 CN 5.07