Ein Kon­to bei der Spar­kas­se

Die Wei­ge­rung einer öffent­lich-recht­li­chen Spar­kas­se, für eine nicht vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt ver­bo­te­ne Par­tei ein Giro­kon­to zu eröff­nen und zu füh­ren, ver­stößt u. a. gegen den Gleich­heits­satz des Art. 3 GG und das Par­tei­en­pri­vi­leg des Art. 21 GG.

Ein Kon­to bei der Spar­kas­se

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Dres­den die Ost­säch­si­sche Spar­kas­se Dres­den dazu ver­pflich­tet, für den Kreis­ver­band Dres­den der NPD auf des­sen Antrag ein Giro­kon­to ein­zu­rich­ten und zu füh­ren. Die Spar­kas­se hat­te eine Geschäfts­be­zie­hung mit der Par­tei u. a. wegen eines befürch­te­ten Image­scha­dens abge­lehnt. Außer­dem wies sie dar­auf hin, dass bereits der Lan­des­ver­band der NPD über ein Kon­to bei einer ande­ren Spar­kas­se ver­fü­ge und die Par­tei daher – etwa zur Ent­ge­gen­nah­me von Spen­den – nicht zwin­gend auf wei­te­re Kon­ten ange­wie­sen sei. Und des­halb die Ver­wei­ge­rung der Kon­to­füh­rung eine poli­ti­sche Ver­ei­ni­gung unter die­sen Umstän­den nicht ihrer poli­ti­schen Arbeit beein­träch­ti­gen kön­ne.

In der Urteils­be­grün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Dres­den deut­lich zum Aus­druck gebracht, dass Spar­kas­sen als Anstal­ten des öffent­li­chen Rechts unmit­tel­bar an die Grund­rech­te gebun­den sei­en. In der Recht­spre­chung sei viel­fach höchst­rich­ter­lich geklärt, dass die Wei­ge­rung einer öffent­lich-recht­li­chen Spar­kas­se für eine nicht vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt ver­bo­te­ne Par­tei ein Giro­kon­to zu eröff­nen und zu füh­ren, u. a. gegen den Gleich­heits­satz des Art. 3 Grund­ge­setz und Art. 18 der Säch­si­schen Ver­fas­sung sowie das Par­tei­en­pri­vi­leg des Art. 21 Grund­ge­setz ver­sto­ße, zumal das Insti­tut Kon­ten für ande­re Par­tei­en bzw. deren Unter­glie­de­run­gen füh­re. Dem Antrag der NPD könn­te auch nicht (mehr) ent­ge­gen gehal­ten wer­den, dass ein frü­her bestehen­des Kon­to im Rah­men eines zivil­ge­richt­li­chen Ver­gleichs im Jahr 2000 auf­ge­löst wor­den war und die Par­tei auf des­sen Fort­füh­rung ver­zich­tet habe.

Ver­wal­tungs­ge­richt Dres­den, Urteil vom 29. Janu­ar 2013 – 7 K 99/​11