Ein Mehr­fa­mi­li­en­haus zwi­schen Ein- und Zwei­fa­mi­li­en­häu­sern

Die Bau­ge­neh­mi­gung für ein Mehr­fa­mi­li­en­haus in einer durch Ein- und Zwei­fa­mi­li­en­häu­ser gepräg­ten Umge­bung ver­letzt kei­ne Nach­bar­rech­te, wenn die erfor­der­li­chen Abstands­flä­chen gewahrt wer­den und kei­ne erdrü­cken­de Wir­kung auf die Nach­bar­grund­stü­cke erfolgt, zumal die First­hö­he die Nach­bar­be­bau­ung nur unwe­sent­lich über­steigt.

Ein Mehr­fa­mi­li­en­haus zwi­schen Ein- und Zwei­fa­mi­li­en­häu­sern

So das Ver­wal­tungs­ge­richt Mainz in dem hier vor­lie­gen­den Fall eines Eil­an­tra­ges der Eigen­tü­mer eines mit einem Ein­fa­mi­li­en­haus bebau­ten Grund­stücks in Mainz-Fin­then (Antrag­stel­ler) gegen die von der Stadt Mainz erteil­te Bau­ge­neh­mi­gung zur Errich­tung eines Mehr­fa­mi­li­en­hau­ses. Das Mehr­fa­mi­li­en­haus füge sich auf­grund sei­ner Mas­si­vi­tät und Kuba­tur nicht in die durch Ein- und Zwei­fa­mi­li­en­häu­ser gepräg­te Umge­bung ein, mach­ten die Antrag­stel­ler im Wesent­li­chen gel­tend. Außer­dem brin­ge die zuge­las­se­ne Zufahrt auf eine stark befah­re­ne Stra­ße Gefah­ren für die Ver­kehrs­si­cher­heit mit sich.

Nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts Mainz müs­se der Antrag ohne Erfolg blei­ben, weil die erteil­te Bau­ge­neh­mi­gung kei­ne Nach­bar­rech­te der Antrag­stel­ler ver­let­ze. Das bean­stan­de­te Bau­vor­ha­ben ver­let­ze nicht das Gebot der Rück­sicht­nah­me. Es habe nicht die hier­für erfor­der­li­chen unzu­mut­ba­ren Aus­wir­kun­gen auf das Grund­stück der Antrag­stel­ler. Es wah­re die erfor­der­li­chen Abstands­flä­chen und wir­ke nicht erdrü­ckend auf die­ses Grund­stück, zumal es hin­sicht­lich der First­hö­he die Nach­bar­be­bau­ung allen­falls unwe­sent­lich über­stei­ge. Nach sei­ner Kuba­tur und bau­li­chen Gestal­tung bewir­ke es für das Grund­stück der Antrag­stel­ler auch nicht das Gefühl des „Ein­ge­mau­ert­seins“ oder einer „Gefäng­nis­hof­si­tua­ti­on“. Die – städt­bau­lich erwünsch­te – Nach­ver­dich­tung mag den Antrag­stel­lern unpas­send erschei­nen, sei jedoch nicht rück­sichts­los. Die von den Antrag­stel­lern ange­führ­ten Ver­kehrs­si­cher­heits­aspek­te begrün­de­ten kei­ne nach­bar­schüt­zen­de Rech­te, auf die sie sich beru­fen könn­ten.

Ver­wal­tungs­ge­richt Mainz, Beschluss vom 15. Mai 2013 – 3 L 191/​13.MZ