Menschenaffen in der Nachbarschaft

Für die Erteilung einer Genehmigung zum Bau eine Affenhauses darf als Beurteilungsmaßstab für eine Immissionsprognose nicht rein schematisch auf die für Industrielärm geltende TA Lärm zurück gegriffen werden. Damit wird die Prognose den Besonderheiten, die von zu erwartenden Affenschreien ausgehen, nicht gerecht.

Menschenaffen in der Nachbarschaft

So das Verwaltungsgericht Magdeburg in dem hier vorliegenden Verfahren des vorläufigen Rechtsschutzes, mit dem ein Nachbar die aufschiebende Wirkung seines Widerspruchs gegen die von der Landeshauptstadt Magdeburg erteilte Genehmigung zum Bau eines Menschenaffenhauses beantragt hatte. Dem Betreiber des Magdeburger Zoos ist die Genehmigung zur Errichtung eines Neubaus für ein Menschenaffenhaus für 15 Menschenaffen erteilt worden.

Nach Auffassung des Verwaltungsgerichts Magdeburg werde die der Genehmigung zugrunde liegende Immissionsprognose auf der Grundlage eines schalltechnischen Gutachtens den Besonderheiten, die von zu erwartenden Affenschreien ausgingen, nicht gerecht. Es hätte als Beurteilungsmaßstab nicht rein schematisch auf die für Industrielärm geltende TA Lärm zurück gegriffen werden dürfen. Gerade die auf der mangelnden Vorhersehbarkeit beruhende „aufschreckende Wirkung“ von Tierlärm könne mitunter zu höheren Anforderungen an den Nachbarschutz führen.

Darüber hinaus hat das Verwaltungsgericht bemängelt, dass in dem angegriffenen Bescheid ausreichende Regelungen des Lärmschutzes für den Fall fehlten, dass etwa aus klimatischen Gründen in der Nachtzeit zum Schutz der Tiere die für das Affenhaus vorgesehenen Oberlichter geöffnet werden müssten.

Das Verwaltungsgericht Magdeburg hat daher dem Antrag stattgegeben und die aufschiebende Wirkung des Widerspruchs des Antragstellers gegen die von der Landeshauptstadt Magdeburg erteilte Genehmigung wieder hergestellt.

Verwaltungsgericht Magdeburg, Beschluss vom 2. August 2013 – 1 B 299/13 MD