Ein Wald­grund­stück wird abge­bag­gert

Auch wenn ein Wald­grund­stück durch eine sofort voll­zieh­ba­re vor­läu­fi­ge Besitz­ein­wei­sung, die es erlaubt, das Grund­stück abzu­bag­gern, unwie­der­bring­lich ver­lo­ren­geht, ist das für die Fort­set­zung des Tage­baus strei­ten­de öffent­li­che Inter­es­se sowie das pri­va­te Inter­es­se der Tage­bau­be­trei­be­rin höher bei der Fol­genab­wä­gung zu gewich­ten, als ein Grund­stück, das weder bewohnt noch vom Eigen­tü­mer zur Siche­rung der Lebens­grund­la­ge benö­tigt wird.

Ein Wald­grund­stück wird abge­bag­gert

So das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg in dem hier vor­lie­gen­den Fall eines Wald­ei­gen­tü­mers, des­sen Eil­rechts­schutz­an­trag gegen die Erlaub­nis der Tage­bau­be­trei­be­rin Vat­ten­fall Euro­pe Mining AG das Grund­stück abzu­bag­gern, das Ver­wal­tungs­ge­richt Cott­bus durch Beschluss vom 27. Febru­ar 2013 zurück­ge­wie­sen hat­te. Die Antrag­stel­le­rin ist Eigen­tü­me­rin eines im nord­west­li­chen Bereich des Braun­koh­len­ta­ge­baus Cott­bus-Nord gele­ge­nen, ca. 1,8 ha gro­ßen Wald­grund­stücks. Sie wen­det sich gegen die vom Lan­des­berg­amt zuguns­ten der Tage­bau­be­trei­be­rin sofort voll­zieh­bar ver­füg­te vor­läu­fi­ge Besitz­ein­wei­sung, die es erlaubt, das Grund­stück abzu­bag­gern, bevor über die Grund­ab­tre­tung (Ent­eig­nung) rechts­kräf­tig ent­schie­den ist. Nach­dem der Eil­rechts­schutz­an­trag zurück­ge­wie­sen wor­den ist, hat die Antrag­stel­le­rin Beschwer­de beim Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg ein­ge­legt.

Nach Auf­fas­sung des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts Ber­lin-Bran­den­burg sei bei der Fol­genab­wä­gung zu berück­sich­ti­gen, dass das Grund­stück der Antrag­stel­le­rin zwar in sei­ner Sub­stanz unwie­der­bring­lich ver­lo­ren gehe, die­ses jedoch weder bewohnt noch von der Antrag­stel­le­rin zur Siche­rung ihrer Lebens­grund­la­ge benö­tigt, son­dern von die­ser im Wesent­li­chen für Erho­lungs­zwe­cke genutzt wer­de. Dem­ge­gen­über gewich­te­te das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt das für die Fort­set­zung des Tage­baus strei­ten­de öffent­li­che Inter­es­se sowie das pri­va­te Inter­es­se der Tage­bau­be­trei­be­rin höher. Wäre das Grund­stück der Antrag­stel­le­rin vor­läu­fig ver­schont und damit auf den Abbau von knapp zwei Mil­lio­nen Ton­nen Roh­braun­koh­le vor­läu­fig ver­zich­tet wor­den, wäre der Tage­bau bereits Anfang April 2013 zum Erlie­gen gekom­men. Das hät­te wie­der­um zur Fol­ge gehabt, dass eine Viel­zahl an den Berg­bau gebun­de­ner Arbeits­plät­ze vor­zei­tig ent­fal­len und der Tage­bau­be­trei­be­rin für jeden Tag des Still­stan­des Auf­wen­dun­gen in beacht­li­cher Höhe ent­stan­den wären, für die sie kei­nen Aus­gleich erhal­ten hät­te.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg, Beschluss vom 28. März 2013 – 11 S 12.13