Ein­bür­ge­rungs­rück­nah­me

Wird eine Ein­bür­ge­rung durch Täu­schung erschli­chen, dann ver­stößt es grund­sätz­lich nicht gegen Uni­ons­recht – ins­be­son­de­re Art. 17 EG (= Art. 18 AEUV) -, wenn ein Mit­glied­staat einem Uni­ons­bür­ger die durch Ein­bür­ge­rung erwor­be­ne Staats­an­ge­hö­rig­keit wie­der ent­zieht, vor­aus­ge­setzt die Rück­nah­me­ent­schei­dung wahrt den Grund­satz der Ver­hält­nis­mä­ßig­keit 1. Dies gilt auch, wenn der Betrof­fe­ne dadurch staa­ten­los wer­den und die Uni­ons­bür­ger­schaft ver­lie­ren kann.

Ein­bür­ge­rungs­rück­nah­me

Der Grund­satz der Ver­hält­nis­mä­ßig­keit kann es erfor­der­lich machen, dem Betrof­fe­nen eine Frist für den Ver­such der Wie­der­erlan­gung einer vor der Ein­bür­ge­rung bestehen­den Staats­bür­ger­schaft ein­zu­räu­men.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Urteil vom 11. Novem­ber 2010 – 5 C 12.10

  1. EuGH, Urteil vom 02.03.2010 – C‑135/​08, NVwZ 2010, 509, 512, Rn. 59[]