Eine Par­tei mehr

Erst­ma­lig konn­te das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt bereits im Vor­feld einer Bun­des­tags­wahl über die vor­schlags­be­rech­tig­ten Par­tei­en ent­schei­den.

Eine Par­tei mehr

Am 4. und 5. Juli 2013 hat der Bun­des­wahl­aus­schuss fest­ge­stellt, wel­che Ver­ei­ni­gun­gen als wahl­vor­schlags­be­rech­tig­te Par­tei­en für die Wahl zum 18. Deut­schen Bun­des­tag anzu­er­ken­nen sind. Gegen die Nicht­an­er­ken­nung haben zwölf Ver­ei­ni­gun­gen Beschwer­de beim Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt ein­ge­legt.

Das Ver­fah­ren der Nicht­an­er­ken­nungs­be­schwer­de ist im Jahr 2012 neu geschaf­fen wor­den und damit erst­mals für die kom­men­de Bun­des­tags­wahl anzu­wen­den. Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt prüft im Wesent­li­chen, ob einer Ver­ei­ni­gung die Eigen­schaft einer Par­tei im Sin­ne des Art. 21 Abs. 1 GG, § 2 Abs. 1 PartG zukommt. Dafür ist maß­geb­lich, ob die Gesamt­wür­di­gung der tat­säch­li­chen Ver­hält­nis­se den Schluss zulässt, dass sie ernst­haft ihre erklär­te Absicht ver­folgt, an der poli­ti­schen Wil­lens­bil­dung des Vol­kes mit­zu­wir­ken.

Elf Nicht­an­er­ken­nungs­be­schwer­den blie­ben erfolg­los:

  • Die Beschwer­den der Ver­ei­ni­gun­gen Die Akti­ven (DA), Uni­on der Mensch­lich­keit (U. d. M.), 0 % Hür­den­par­tei u. a., Deut­sche Kon­ser­va­ti­ve Par­tei, Graue Pan­ther Deutsch­land, Freie Wäh­ler Deutsch­land (FWD), Jahw Partei/​Neue Sozia­le Union/​Freie Sozia­le Uni­on, SU – Sustainab­leUni­on – Nach­hal­tig­keits­par­tei Deutsch­land – sind als bereits unzu­läs­sig ver­wor­fen wor­den.
  • Die Beschwer­den der Ver­ei­ni­gun­gen DIE.NÄCHSTEN und Deut­sches Reich – das Herz Euro­pas – blie­ben ohne Erfolg, weil die­se ihre Betei­li­gung nicht in der gesetz­lich vor­ge­se­he­nen Form beim Bun­des­wahl­aus­schuss ange­zeigt hat­ten.
  • Die Beschwer­de der Par­tei der Bedräng­ten wur­de als jeden­falls unbe­grün­det zurück­ge­wie­sen, weil ihr nach der erfor­der­li­chen Gesamt­wür­di­gung die Eigen­schaft einer wahl­vor­schlags­be­rech­tig­ten Par­tei fehlt.

Die Beschwer­de der Ver­ei­ni­gung Deut­sche Natio­nal­ver­samm­lung (DNV) war dage­gen erfolg­reich. Der Bun­des­wahl­aus­schuss hat­te die Betei­li­gungs­an­zei­ge der DNV aus for­mel­len Grün­den als unzu­rei­chend erach­tet. Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt ist die­ser Auf­fas­sung nicht gefolgt und hat die DNV als wahl­vor­schlags­be­rech­tig­te Par­tei aner­kannt.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschlüs­se vom 23. Juli 2013 – 2 BvC 1/​13 bis 2 BvC 12/​13