Ein­fü­gen in die deut­schen Lebens­ver­hält­nis­se

Ein Ein­fü­gen eines aus­län­di­schen Staats­an­ge­hö­ri­gen in die Lebens­ver­hält­nis­se der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land im Sin­ne des § 104a Abs. 2 Satz 1 Auf­en­thG erscheint bei Vor­lie­gen einer "posi­ti­ven Inte­gra­ti­ons­pro­gno­se" gewähr­leis­tet. Eine sol­che ist gerecht­fer­tigt, wenn kon­kre­te Umstän­de – wie etwa die Kennt­nis­se der deut­schen Spra­che, das sozia­le Umfeld, das Vor­han­den­sein eines fes­ten Wohn­sit­zes und enger per­sön­li­cher Bezie­hun­gen zu drit­ten Per­so­nen außer­halb der eige­nen Fami­lie, die Schul- und Berufs­auf­bil­dung, die Aus­übung von Erwerbs­tä­tig­kei­ten, das bür­ger­schaft­li­che Enga­ge­ment, die Dau­er des Auf­ent­halts, das Lebens­al­ter im Zeit­punkt der Ein­rei­se in die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land und die Recht­streue, ins­be­son­de­re das Feh­len straf­ge­richt­li­cher Ver­ur­tei­lun­gen – die begrün­de­te Annah­me zu tra­gen geeig­net sind, der Aus­län­der wer­de ich künf­tig in sozia­ler, wirt­schaft­li­cher und recht­li­cher Hin­sicht in die hie­si­gen Lebens­ver­hält­nis­se inte­grie­ren.

Ein­fü­gen in die deut­schen Lebens­ver­hält­nis­se

Nie­der­säch­si­sches Ober­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 19. März 2010 – 8 ME 42/​10