Ent­schei­dung des Amts­ge­richts in einem Abschie­bungs­haft­auf­he­bungs­ver­fah­ren – und die Rechts­be­schwer­de

Die Rechts­be­schwer­de, mit wel­cher der Betrof­fe­ne sei­ne Rechts­ver­let­zung durch die Ent­schei­dung des Amts­ge­richts in einem Haft­auf­he­bungs­ver­fah­ren (§ 426 Abs. 2 Satz 1 FamFG) fest­ge­stellt haben will, ist ohne Zulas­sung statt­haft 1.

Ent­schei­dung des Amts­ge­richts in einem Abschie­bungs­haft­auf­he­bungs­ver­fah­ren – und die Rechts­be­schwer­de

Sie ist auch zuläs­sig (§ 71 FamFG), wenn der Ver­fah­rens­be­voll­mäch­tig­te des Betrof­fe­nen des­sen aktu­el­le Anschrift nicht ange­ge­ben hat. Dies ändert an der Zuläs­sig­keit des Rechts­mit­tels nur etwas, wenn der geord­ne­te Ablauf des Rechts­mit­tel­ver­fah­rens ohne Anga­be der ladungs­fä­hi­gen Anschrift gefähr­det wäre oder die feh­len­de Anga­be der ladungs­fä­hi­gen Anschrift Rück­schlüs­se auf ein rechts­miss­bräuch­li­ches Ver­hal­ten des Betrof­fe­nen erlaub­te 2.

Die­se Aus­nah­me­tat­be­stän­de lagen im hier ent­schie­de­nen Fall nicht vor. Der geord­ne­te Ablauf des Rechts­mit­tel­ver­fah­rens wird durch die feh­len­de Anga­be der Anschrift des Betrof­fe­nen nicht beein­träch­tigt. Dass und aus wel­chen Grün­den sich der Betrof­fe­ne mit der Stel­lung des Antrags rechts­miss­bräuch­lich ver­hal­ten wür­de, ist nicht erkenn­bar.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 21. August 2019 – V ZB 174/​17

  1. BGH, Beschluss vom 14.06.2012 – V ZB 32/​12, InfAuslR 2012, 370 Rn. 5 mwN[]
  2. BGH, Beschluss vom 20.11.2014 – V ZB 54/​14, InfAuslR 2015, 104 Rn. 5; Beschluss vom 18.02.2016 – V ZB 74/​15, NVwZRR 2016, 635 Rn. 5; Beschluss vom 21.04.2016 – V ZB 73/​15 5[]
  3. AG Ful­da, Beschluss vom 04.07.2019 – 88 XIV 312/​19 L, 88 XIV 313/​19 L[]