Ent­wäs­se­rung von öffent­li­chen Stra­ßen­flä­chen – und die Abwas­ser­ge­bühr

Für die Ent­wäs­se­rung von öffent­li­chen Stra­ßen­flä­chen darf kei­ne Abwas­ser­ge­bühr erho­ben wer­den.

Ent­wäs­se­rung von öffent­li­chen Stra­ßen­flä­chen – und die Abwas­ser­ge­bühr

Im hier vom Ver­wal­tungs­ge­richt Stutt­gart ent­schie­de­nen Fall hat­te die Stadt Ess­lin­gen im Jahr 2013 gegen den Land­kreis Ess­lin­gen und das Land Baden-Würt­tem­berg (Klä­ger) Beschei­de über die Fest­set­zung gebüh­ren­pflich­ti­ger Flä­chen von Kreis- bzw. Lan­des­stra­ßen zur Erhe­bung der Nie­der­schlags­was­ser­ge­bühr erlas­sen. Hier­ge­gen hat­ten der Land­kreis und das Land Kla­ge erho­ben und ins­be­son­de­re gel­tend gemacht, einer sol­chen Gebüh­ren­er­he­bung stün­den Vor­schrif­ten des Stra­ßen- und Kom­mu­nal­ab­ga­ben­rechts sowie ver­trag­li­che Ver­ein­ba­run­gen ent­ge­gen. Das Ver­wal­tungs­ge­richt Stutt­gart folg­te die­ser Auf­fas­sung:

Die Fest­set­zung der gebüh­ren­pflich­ti­gen Grund­stücks­flä­che zur Erhe­bung der Nie­der­schlags­was­ser­ge­bühr auf der Grund­la­ge der Ent­wäs­se­rungs­sat­zung der Stadt Ess­lin­gen ver­sto­ße gegen höher­ran­gi­ges Recht, näm­lich § 17 Abs. 3 KAG. Durch § 17 Abs. 3 KAG sei klar­ge­stellt, dass der auf die Ent­wäs­se­rung von öffent­li­chen Stra­ßen, Wegen und Plät­zen ent­fal­len­de Teil­auf­wand bei der Ermitt­lung der gebüh­ren­fä­hi­gen Kos­ten durch die Kom­mu­ne außer Betracht blei­be. Die ent­spre­chen­den Kos­ten­an­tei­le sei­en also von vorn­her­ein nicht ansatz­fä­hig. Der Erlass eines sat­zungs­mä­ßi­gen Nie­der­schlags­was­ser­ge­büh­ren­be­schei­des oder eines Leis­tungs­be­schei­des, mit dem etwa bestehen­de gesetz­li­che Zah­lungs­an­sprü­che „fest­ge­setzt“ wür­den, sei damit nicht zuläs­sig.

Ver­wal­tungs­ge­richt Stutt­gart, Urtei­le vom 17. Dezem­ber 2015 – 1 K 2683/​14, 1 K 2846/​14, 1 K 2847/​14 und 1 K 2848/​14