Ent­zie­hung der schul­recht­li­chen Geneh­mi­gung

Eine schul­recht­li­che Geneh­mi­gung betrifft allein das Rechts­ver­hält­nis zwi­schen der Bezirks­re­gie­rung als staat­li­che Schul­auf­sicht und dem Schul­trä­ger. Dar­aus kann ein ehe­ma­li­ger Schü­ler gegen­über der Schul­auf­sichts­be­hör­de kei­ne eige­nen Rechts­an­sprü­che her­lei­ten. Er ist nicht kla­ge­be­fugt.

Ent­zie­hung der schul­recht­li­chen Geneh­mi­gung

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Köln in dem hier vor­lie­gen­den Fall die Kla­ge von ehe­ma­li­gen Schü­lern des Aloi­si­us­kol­legs in Bonn abge­wie­sen, mit der dem Schul­trä­ger des Aloi­si­us­kol­legs, der Aloi­si­us­kol­leg gGmbH, die Geneh­mi­gung zum Betrieb der pri­va­ten Ersatz­schu­le ent­zo­gen wer­den soll­te. Zwei der Klä­ger hat­ten im August 2011 bei der Bezirks­re­gie­rung Köln die Ent­zie­hung der schul­recht­li­chen Geneh­mi­gung bean­tragt; die übri­gen Klä­ger tra­ten dem Kla­ge­ver­fah­ren spä­ter bei. Zur Begrün­dung mach­ten sie gel­tend, dass sie wäh­rend ihrer Schul­zeit Opfer von Sexu­al­straf­ta­ten gewor­den sind. Der Schul­trä­ger sei trotz eines Wech­sels in der Geschäfts­füh­rung schul­recht­lich unzu­ver­läs­sig. Die Bezirks­re­gie­rung lehn­te den Antrag im Janu­ar 2012 ab, da die Geneh­mi­gungs­vor­aus­set­zun­gen nach heu­ti­gem Stand gege­ben sei­en; zudem sei frag­lich, ob die Klä­ger als ehe­ma­li­ge Schü­ler in einem schul­recht­li­chen Geneh­mi­gungs­ver­fah­ren eige­ne Rech­te gel­tend machen könn­ten. Mit ihrer Kla­ge vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt haben die ehe­ma­li­gen Schü­ler ihr Ziel wei­ter ver­folgt.

Nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts Köln betref­fe die schul­recht­li­che Geneh­mi­gung allein das Rechts­ver­hält­nis zwi­schen der Bezirks­re­gie­rung als staat­li­che Schul­auf­sicht und der Aloi­si­us­kol­leg gGmbH als Schul­trä­ger. Aus die­sem Rechts­ver­hält­nis könn­ten ehe­ma­li­ge Schü­ler gegen­über der Schul­auf­sichts­be­hör­de inso­weit kei­ne eige­nen Rechts­an­sprü­che her­lei­ten. Die Klä­ger sei­en daher nicht kla­ge­be­fugt, ent­schied das Ver­wal­tungs­ge­richt.

Ver­wal­tungs­ge­richt Köln, Urteil vom 26. Sep­tem­ber 2012 – 10 K 1582/​12