Ent­zug des Dok­tor­ti­tels wegen straf­recht­li­cher Ver­ur­tei­lung

Die Ent­zie­hung eines Dok­tor­ti­tels wegen des beson­de­ren Wis­sen­schafts­be­zu­ges und des gra­vie­ren­den straf­recht­li­chen Fehl­ver­hal­tens des Klä­gers ist recht­mä­ßig. So hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Köln im hier vor­lie­gen­den Fall ent­schie­den.

Ent­zug des Dok­tor­ti­tels wegen straf­recht­li­cher Ver­ur­tei­lung

Die Phi­lo­so­phi­sche Fakul­tät der Rhei­ni­schen Fried­rich-Wil­helms-Uni­ver­si­tät Bonn hat einem pro­mo­vier­ten Geschäfts­füh­rer des zwi­schen­zeit­lich insol­ven­ten "Insti­tuts für Wis­sen­schafts­be­ra­tung" in Ber­gisch Glad­bach den Dok­tor­ti­tel ent­zo­gen. Das Insti­tut ver­mit­tel­te jah­re­lang Pro­mo­ti­ons­kan­di­da­tin­nen und ‑kan­di­da­ten an Hoch­schul­pro­fes­so­ren gegen Zah­lung von Hono­ra­ren. Der Klä­ger wur­de des­we­gen mit Urteil des Land­ge­richts Hil­des­heim vom 14.07.2008 wegen Bestechung in 61 Fäl­len zu einer Gesamt­frei­heits­stra­fe von 3 Jah­ren und 6 Mona­ten sowie einer Gesamt­geld­stra­fe von 300 Tagesät­zen zu je 250 € ver­ur­teilt.

Die Phi­lo­so­phi­sche Fakul­tät der Rhei­ni­schen Fried­rich-Wil­helms-Uni­ver­si­tät Bonn ent­zog dem Klä­ger wegen der straf­ge­richt­li­chen Ver­ur­tei­lung den Dok­tor­ti­tel. Grund­la­ge der Ent­zie­hung ist § 20 Abs. 6 der Pro­mo­ti­ons­ord­nung der Phi­lo­so­phi­schen Fakul­tät. Die­se Bestim­mung ermög­licht den Ent­zug im Fal­le der Ver­ur­tei­lung wegen einer vor­sätz­li­chen Straf­tat zu einer Frei­heits­stra­fe von min­des­tens einem Jahr bzw. der Ver­ur­tei­lung wegen einer vor­sätz­li­chen Straf­tat, bei deren Bege­hung bzw. Vor­be­rei­tung der Dok­tor­grad ein­ge­setzt wur­de.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt folg­te mit sei­nem Urteil der Argu­men­ta­ti­on der Uni­ver­si­tät. Es stell­te fest, dass die Vor­aus­set­zun­gen für den Ent­zug nach der Pro­mo­ti­ons­ord­nung vor­la­gen und dass der Ent­zug des Dok­tor­ti­tels wegen des beson­de­ren Wis­sen­schafts­be­zu­ges und des gra­vie­ren­den straf­recht­li­chen Fehl­ver­hal­tens des Klä­gers ermes­sens­feh­ler­frei erfolgt ist.

Ver­wal­tungs­ge­richt Köln, Urteil vom 27. Okto­ber 2011 – 6 K 3445/​10