Erfur­ter Archiv­ma­te­ria­li­en

Die Stadt Erfurt begehr­te vom Lan­des­haupt­ar­chiv Sach­sen-Anhalt die Her­aus­ga­be von Unter­la­gen, die aus der Zeit zwi­schen 1538 bis 1887 stam­men und bei denen es sich um Tes­ta­men­te, Vor­mund­schafts- und Nach­lass­sa­chen betref­fend Erfur­ter Bür­ger han­delt. Mit dem vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt Mag­de­burg gel­tend gemach­ten Anspruch auf Her­aus­ga­be ist die Stadt Erfurt nicht durch­ge­drun­gen.

Erfur­ter Archiv­ma­te­ria­li­en

Dabei hat sich die Stadt im Wesent­li­chen auf einen zwi­schen dem Magis­trat der Stadt Erfurt und der König­lich Preu­ßi­schen Archiv­ver­wal­tung im Jah­re 1903 geschlos­se­nen Ver­trag beru­fen. Dies jedoch ohne Erfolg. Denn das Gericht hat die Kla­ge­ab­wei­sung im Wesent­li­chen damit begrün­det, dass für die Fra­ge, ob der Stadt Erfurt ein Her­aus­ga­be­an­spruch zur Sei­te steht, aus­schließ­lich auf das Lan­des­ar­chiv­ge­setz Sach­sen-Anhalt abzu­stel­len ist.

Danach han­delt es sich bei die­sen Unter­la­gen um öffent­li­ches Archiv­gut des Lan­des Sach­sen-Anhalt. Denn das Lan­des­haupt­ar­chiv Sach­sen-Anhalt hat die­se Unter­la­gen als Funk­ti­ons­nach­fol­ger vom ehe­ma­li­gen Staats­ar­chiv Mag­de­burg über­nom­men, in des­sen Besitz die Unter­la­gen im Jah­re 1935 vom Amts­ge­richt Erfurt über­ge­gan­gen waren. Einem über­wie­gend „kom­mu­na­len Geprä­ge“ die­ser Unter­la­gen ste­he sowohl der Rechts­kreis, aus denen das Archiv­gut ent­stam­me, als auch deren Ver­wen­dung durch staat­li­che Stel­len in staat­li­chen Ange­le­gen­hei­ten ent­ge­gen.

Ver­wal­tungs­ge­richt Mag­de­burg, Urteil vom 27. Okto­ber 2011 – 3 A 255/​09 MD