Erhalt der ört­li­chen Grund­schu­le trotz Ein­ge­mein­dung

Ist in einer Ein­ge­mein­dungs­ver­ein­ba­rung zwi­schen der Stadt und der ehe­ma­li­gen Gemein­de fest­ge­hal­ten, dass sich die Stadt ver­pflich­tet, die in der Gemein­de vor­han­de­ne Grund­schu­le dau­er­haft zu erhal­ten, ver­letzt ein spä­te­rer Stadt­rats­be­schluss, nach dem die Grund­schu­le in einen ande­ren Ort ver­legt wer­den soll, die Rech­te der ehe­ma­li­gen Gemein­de aus der Ver­ein­ba­rung über die Ein­glie­de­rung.

Erhalt der ört­li­chen Grund­schu­le trotz Ein­ge­mein­dung

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Dres­den in dem hier vor­lie­gen­den Fall den Erhalt der Grund­schu­le in der in die Stadt Rade­berg ein­ge­mein­de­te ehe­ma­li­ge Gemein­de Ullers­dorf gesi­chert. In der 1998 geschlos­se­nen Ein­ge­mein­dungs­ver­ein­ba­rung zwi­schen der Stadt Rade­berg (Land­kreis Baut­zen) und den ehe­ma­li­gen Gemein­den Ullers­dorf und Gro­ßerk­manns­dorf ver­pflich­te­te sich die Stadt Rade­berg zum »dau­ern­den Erhalt der Grund­schu­le in Ullers­dorf mit den Ein­zugs­be­rei­chen Ullers­dorf und Gro­ßerk­manns­dorf«. Im Juni 2011 beschloss der Stadt­rat der Stadt Rade­berg, dass der Grund­schul­stand­ort Ullers­dorf ab dem Schul­jahr 2013/​14 in das Schul­ge­bäu­de nach Gro­ßerk­manns­dorf (ehe­ma­li­ge Pes­ta­loz­zi-Mit­tel­schu­le) ver­legt wird. Dage­gen wand­te sich die ehe­ma­li­ge Gemein­de Ullers­dorf mit ihrer Kla­ge.

Nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts Dres­den ver­letzt die Ent­schei­dung der Beklag­ten vom 29.6.2011, den Schul­stand­ort Ullers­dorf ab dem Schul­jahr 2013/​14 in das Schul­ge­bäu­de nach Gro­ßerk­manns­dorf zu ver­le­gen, die Rech­te der Klä­ge­rin aus § 18 Abs. 1 der Ver­ein­ba­rung vom 6. März 1998 über die Ein­glie­de­rung der Gemein­den Gro­ßerk­manns­dorf und Ullers­dorf in die Stadt Rade­berg. Wei­ter­hin wur­de fest­ge­stellt, dass die Stadt aus der Ein­ge­mein­dungs­ver­ein­ba­rung ver­pflich­tet ist, "recht­zei­tig das Erfor­der­li­che zu tun, damit auch nach Aus­lau­fen der der­zei­ti­gen Aus­nah­me­ge­neh­mi­gung der Säch­si­schen Bil­dungs­agen­tur für die Beschu­lung von Grund­schü­lern in Gro­ßerk­manns­dorf die Grund­schu­le in Ullers­dorf mit den Enzugs­be­rei­chen Ullers­dorf und Gro­ßerk­manns­dorf erhal­ten bleibt".

Ver­wal­tungs­ge­richt Dres­den, Urteil vom 17. Janu­ar 2013 – 5 K 1875/​11