Erle­dig­te Abschie­bungs­haft­sa­chen – und die Zuläs­sig­keit der Rechts­be­schwer­de

Die Rechts­be­schwer­de in Abschie­bungs­haft­sa­chen ist gemäß § 70 Abs. 3 Satz 1 Nr. 3 FamFG statt­haft, auch wenn der Betrof­fen zwi­schen­zeit­lich aus der Haft ent­las­sen wur­de. Sie bedarf auch dann kei­ner Zulas­sung, wenn bereits das Beschwer­de­ge­richt über einen Fest­stel­lungs­an­trag nach § 62 Abs. 1 FamFG ent­schie­den hat und der Betrof­fe­ne im Rechts­be­schwer­de­ver­fah­ren die Über­prü­fung der Ent­schei­dung ver­langt 1.

Erle­dig­te Abschie­bungs­haft­sa­chen – und die Zuläs­sig­keit der Rechts­be­schwer­de

Dies gilt auch, wenn – wie hier – mit der Rechts­be­schwer­de gel­tend gemacht wird, das Beschwer­de­ge­richt habe einen bereits in der Beschwer­de­instanz gestell­ten Fest­stel­lungs­an­trag rechts­feh­ler­haft über­gan­gen 2.

Die Rechts­be­schwer­de ist fer­ner statt­haft mit dem Ziel, die Rechts­ver­let­zung des Betrof­fe­nen durch die Zurück­wei­sung des Antrags auf Haft­auf­he­bung nach § 426 Abs. 2 Satz 1 FamFG fest­zu­stel­len 3. Ist – wie hier – die Haft­an­ord­nung for­mell rechts­kräf­tig gewor­den, kann die Rechts­wid­rig­keit der Haft aller­dings erst ab dem Zeit­punkt des Ein­gangs des Haft­auf­he­bungs­an­trags bei Gericht fest­ge­stellt wer­den 4.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 26. April 2018 – V ZB 95/​17

  1. BGH, Beschluss vom 11.01.2018 – V ZB 62/​17 4; Beschluss vom 20.09.2017 – V ZB 180/​16 4[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 11.01.2018 – V ZB 62/​17 4 für den Fall der feh­ler­haf­ten Ver­wer­fung des Fest­stel­lungs­an­trags als unzu­läs­sig durch das Beschwer­de­ge­richt[]
  3. st. Rspr., vgl. nur BGH, Beschluss vom 20.09.2017 – V ZB 180/​16 4 mwN[]
  4. BGH, Beschluss vom 20.09.2017 – V ZB 180/​16 5 mwN[]