Erle­di­gung – und der abs­trak­te Fest­stel­lungs­an­trag

Hat sich ein kon­kre­tes Fest­stel­lungs­be­geh­ren – wie hier – erle­digt, kann der Antrag­stel­ler einen vom kon­kre­ten Fall los­ge­lös­ten abs­trak­ten Fest­stel­lungs­an­trag zu den Rechts­fra­gen stel­len, die hin­ter dem anlass­ge­ben­den Vor­gang ste­hen, dem kon­kre­ten Vor­gang zugrun­de lie­gen oder durch den kon­kre­ten Anlass als ent­schei­dungs­er­heb­lich auf­ge­wor­fen wer­den.

Erle­di­gung – und der abs­trak­te Fest­stel­lungs­an­trag

Der abs­trak­te Fest­stel­lungs­an­trag muss sich auf künf­ti­ge Sach­ver­hal­te bezie­hen, die in ihren Grund­zü­gen dem Sach­ver­halt des anlass­ge­ben­den kon­kre­ten Vor­gangs ent­spre­chen und im Wesent­li­chen die­sel­ben Rechts­fra­gen auf­wer­fen. Es kön­nen nur sol­che Rechts­fra­gen einer Klä­rung zuge­führt wer­den, die sich an dem kon­kre­ten Vor­gang aus­rich­ten, durch ihn aus­ge­löst und auch begrenzt wer­den 1.

Ein sol­cher all­ge­mei­ner Fest­stel­lungs­an­trag muss spä­tes­tens in der letz­ten Tat­sa­chen­in­stanz gestellt wer­den 2.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 1. April 2015 – 5 P 8.2014 -

  1. stRspr, z.B. BVerwG, Beschlüs­se vom 23.03.1999 – 6 P 10.97, BVerw­GE 108, 347, 354; und vom 24.07.2008 – 6 PB 18.08, Buch­holz 251.7 § 79 NWPers­VG Nr. 7 S. 3, jeweils m.w.N.; eben­so BAG, Beschlüs­se vom 29.07.1982 – 6 ABR 51/​79BAGE 39, 259, 264, 267; und vom 11.07.1990 – 7 ABR 23/​89BAGE 65, 270, 275 f.[]
  2. vgl. BVerwG, Beschlüs­se vom 02.06.1993 – 6 P 3.92, BVerw­GE 92, 295, 297; und vom 11.03.2014 – 6 PB 41.13 – IÖD 2014, 132, jeweils m.w.N.[]