Erschöpfende Sachverhaltsaufklärung – und der fehlende Beweisantrag

Ein Verwaltungsgericht verletzt seine Pflicht zur erschöpfenden Sachverhaltsaufklärung gemäß § 86 Abs. 1 VwGO grundsätzlich dann nicht, wenn es von einer sich nicht aufdrängenden Beweiserhebung absieht, die ein anwaltlich vertretener Beteiligter nicht ausdrücklich beantragt hat1.

Erschöpfende Sachverhaltsaufklärung - und der fehlende Beweisantrag

Im übrigen ist ei der Prüfung, ob dem Berufungsgericht ein Verfahrensfehler unterlaufen ist, von dessen materiellrechtlicher Rechtsauffassung auszugehen, auch wenn diese verfehlt sein sollte2.

Bundesverwaltungsgericht, Beschluss vom 25. August 2015 – 1 B 402015 –

  1. BVerwG, Beschluss vom 02.11.1978 – 3 B 6.78, Buchholz 310 § 86 Abs. 1 VwGO Nr. 116 []
  2. BVerwG, Urteil vom 09.12 2010 – 10 C 13.09, BVerwGE 138, 289 Rn. 17 m.w.N.; stRspr []
  3. vgl. BVerwG, Beschluss vom 04.07.1968 - 8 B 110.67, BVerwGE 30, 111, 113 []