"Erwach­sen auf Pro­be" II

Nach­dem es heu­te mit­tag bereits das Ver­wal­tungs­ge­richt Köln abge­lehnt hat, das ört­li­che Jugend­amt zu ver­pflich­ten, die Aus­strah­lung der ers­ten Fol­ge der RTL-Serie "Erwach­sen auf Pro­be" zu ver­hin­dern, ist ein wei­te­rer Vor­stoß der sel­ben Antrag­stel­ler gegen die zustän­di­ge Lan­des­me­di­en­an­stalt jetzt auch vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt Han­no­ver geschei­tert. Das Ver­wal­tungs­ge­richt Han­no­ver hat die Eil­an­trä­ge eines Ver­eins, der sich fami­li­en­po­li­ti­schen Zie­len wid­met, und eines sechs­fa­chen Fami­li­en­va­ters, mit denen die Nie­der­säch­si­sche Lan­des­me­di­en­an­stalt ver­pflich­tet wer­den soll, die Aus­strah­lung des RTL-For­mats "Erwach­sen auf Pro­be" ab heu­te Abend zu unter­sa­gen, eben­falls abge­lehnt.

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Die Han­no­ve­ra­ner Ver­wal­tungs­rich­ter sehen die Rech­te der Antrag­stel­ler, die weder an der Pro­duk­ti­on der Sen­dung betei­ligt noch Gegen­stand der Bericht­erstat­tung sind, durch die Fern­seh­aus­strah­lung als nicht ver­letzt an. Dar­über hin­aus bestehe, so das Ver­wal­tungs­ge­richt, kein Anspruch gegen die Nie­der­säch­si­sche Lan­des­me­di­en­an­stalt auf Ein­schrei­ten gegen RTL, weil die Lan­des­me­di­en­an­stalt aus­schließ­lich im öffent­li­chen Inter­es­se und nicht im Inter­es­se Ein­zel­ner tätig wer­de.

Des­sen unge­ach­tet dür­fe die NLM auch nur rechts­auf­sicht­lich im Wege der Bean­stan­dung gegen RTL tätig wer­den. Schließ­lich habe die Frei­wil­li­ge Selbst­kon­trol­le Fern­se­hen e.V. (FSF) die Sen­dung frei­ge­ge­ben. Das Gericht kön­ne nicht im Vor­aus sei­ne Hal­tung an die Stel­le der FSF set­zen.

Der Beschluss ist noch nicht rechts­kräf­tig, gegen ihn ist noch die Beschwer­de an das Nie­der­säch­si­sche Ober­ver­wal­tungs­ge­richt statt­haft.

Ver­wal­tungs­ge­richt Han­no­ver, Beschluss vom 3. Han­no­ver 2009 – 7 B 2222/​09