Es darf laut sein auf der Kap­pen­sit­zung

Die Fête an Wei­ber­fast­nacht und die Kap­pen­sit­zung sind sehr sel­te­ne Ereig­nis­se, die für die Nach­bar­schaft zumut­bar sind – auch wenn sie mit einer höhe­ren Lärm­be­las­tung ver­bun­den sind.

Es darf laut sein auf der Kap­pen­sit­zung

So das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz in dem hier vor­lie­gen­den Fall eines Nach­barn, der sich wegen der zu erwar­ten­den Lärm­be­läs­ti­gun­gen bei geplan­ten Ver­an­stal­tun­gen gegen die erteil­te Geneh­mi­gung gewehrt hat. Ins­be­son­de­re wand­te sich der Nach­bar gegen die Fête an Wei­ber­fast­nacht auf­grund der Pla­nung über 24 Uhr hin­aus. Er befürch­te­te eine Über­schrei­tung der fest­ge­leg­ten Lärm­im­mis­si­ons­wer­te, denn die Ver­an­stal­tun­gen sol­len in einem Zelt ohne jeg­li­che Lärm­däm­mung statt­fin­den. Der dafür vor­ge­se­he­ne Platz liegt mit­ten in einem Wohn­ge­biet.

Nach Auf­fas­sung des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts Rhein­land-Pfalz han­de­le es sich bei der Wei­ber­fast­nachts­fe­te und der Kap­pen­sit­zung um sehr sel­te­ne Ereig­nis­se, die trotz ver­mehr­tem Lärm­auf­kom­mens für die Nach­barn eine zumut­ba­re Beläs­ti­gung sei­en, da sie als tra­di­tio­nel­le Volks­fes­te und über­lie­fer­tes kul­tu­rel­les Brauch­tum eine gro­ße Bedeu­tung für die ört­li­che Gemein­schaft hät­ten.

Die Inter­es­sen der Nach­barn sind nach Mei­nung des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts genü­gend berück­sich­tigt, wenn bis 24 Uhr Musik gemacht wer­den darf, falls der Tag nach der Ver­an­stal­tung arbeits­frei ist, ansons­ten ist die Musik bis 22 Uhr zu begren­zen und die gesam­te Ver­an­stal­tung hat um 24 Uhr zu enden.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz, Beschluss vom 13. Febru­ar 2004 – 6 B 10279/​04