Export von Schlacht­ab­fäl­len nach Öster­reich

Nach deut­schem Recht dür­fen "tie­ri­sche Neben­pro­duk­te der Kate­go­ri­en 1 und 2", also ins­be­son­de­re Schlacht­ab­fäl­le, grund­sätz­lich nur in der Tier­kör­per­be­sei­ti­gungs­an­stalt ent­sorgt wer­den, in deren Ein­zugs­be­reich sie anfal­len. Die Ein­zugs­be­rei­che wer­den durch Rechts­ver­ord­nung der ent­sor­gungs­pflich­ti­gen Kör­per­schaf­ten – in Bay­ern der Land­krei­se und kreis­frei­en Gemein­den – fest­ge­legt. Die­se Rege­lun­gen ste­hen nach Ansicht des Baye­ri­schen Ver­wal­tungs­ge­richts­hofs mit euro­päi­schem Recht, ins­be­son­de­re der Ver­ord­nung (EG) Nr. 1069/​2009 mit Hygie­ne­vor­schrif­ten für nicht für den mensch­li­chen Ver­zehr bestimm­te tie­ri­sche Neben­pro­duk­te, aber auch mit den euro­päi­schen Grund­frei­hei­ten des frei­en Waren­ver­kehrs und des frei­en Dienst­leis­tungs­ver­kehrs, in Ein­klang:

Export von Schlacht­ab­fäl­len nach Öster­reich

Aus Art. 48 der Ver­ord­nung (EG) Nr. 1069/​2009 ergibt sich kein Anspruch auf geneh­mi­gungs­frei­es grenz­über­schrei­ten­des Ver­brin­gen tie­ri­scher Neben­pro­duk­te der Kate­go­ri­en 1 und 2, son­dern nur ein Anspruch auf Ent­schei­dung nach pflicht­ge­mä­ßem Ermes­sen über einen Antrag, das aus­nahms­wei­se zu geneh­mi­gen. Die deut­schen bzw. baye­ri­schen Ein­zugs­be­reichs­re­ge­lun­gen mit öffent­lich-recht­li­chem Benut­zungs­zwang für Tier­kör­per­be­sei­ti­gungs­an­stal­ten sind gemein­schafts­rechts- und ver­fas­sungs­kon­form.

Baye­ri­scher Ver­wal­tungs­ge­richts­hof, Urteil vom 27. Sep­tem­ber 2012 – 20 BV 11.2690