För­de­rung der offe­nen Jugend­ar­beit

Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt hat­te heu­te in meh­re­ren Ver­fah­ren von frei­en Jugend­hil­fe­trä­gern gegen die Lan­des­haupt­stadt Dres­den über die Vor­aus­set­zun­gen eines För­der­an­spruchs frei­er Jugend­hil­fe­trä­ger aus öffent­li­chen Mit­teln für Maß­nah­men der offe­nen Jugend­ar­beit zu ent­schei­den.

För­de­rung der offe­nen Jugend­ar­beit

Der Stadt­ju­gend­ring Dres­den e.V., der Kreis­ver­band der Fal­ken e.V. und die Orts­grup­pe der Natur­freun­de­ju­gend hat­ten gegen die Lan­des­haupt­stadt Dres­den geklagt mit dem Ziel, höhe­re Per­so­nal­kos­ten­zu­schüs­se für Jugend­hil­fe­maß­nah­men zu erhal­ten. Die beklag­te Lan­des­haupt­stadt Dres­den hat ihr För­der­sys­tem für die freie Jugend­hil­fe neu gestal­tet und u.a. die Per­so­nal­kos­ten ent­spre­chend einem Beschluss des Jugend­hil­fe­aus­schus­ses wegen zu gerin­ger Haus­halts­mit­tel emp­find­lich gekürzt.

Der Jugend­hil­fe­aus­schuss der Stadt Dres­den hat­te wegen die­ser dras­ti­schen Kür­zung der För­der­mit­tel für das Jahr 2000 (auf 13 Mil­lio­nen DM statt 17,3 Mil­lio­nen DM, die nach Ein­schät­zung des jugend­hil­fe­aus­schus­ses für eine bedarfs­ge­rech­te Fort­füh­rung der Ange­bo­te und Leis­tun­gen erfor­der­lich gewe­sen wären) die För­de­rung für das Jahr 2000 zum Teil pau­schal ("pro­por­tio­nal") gekürzt. Damit soll­ten die unum­gäng­li­chen Ein­schrän­kun­gen "auf mög­lichst vie­le Schul­tern ver­teilt" wer­den.

Wäh­rend das Ver­wal­tungs­ge­richt Dres­den die Kla­gen abwies, hat das Säch­si­sche Ober­ver­wal­tungs­ge­richt in Baut­zen die Stadt Dres­den ver­pflich­tet, den Klä­gern nach­träg­lich eine höhe­re För­de­rung zu gewäh­ren und dabei die unge­kürz­ten Per­so­nal­kos­ten nach BAT-Ost zugrun­de gelegt. Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt hat zunächst die Revi­si­on zuge­las­sen, um den Begriff der gleich­ar­ti­gen Maß­nah­men zu klä­ren und die Reich­wei­te des Gleich­be­hand­lungs­ge­bo­tes bei der För­de­rung zu bestim­men und im von ihm zuge­las­se­nen Revi­si­ons­ver­fah­ren nun heu­te die Ent­schei­dun­gen des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts Baut­zen auf­ge­ho­ben und die Ver­fah­ren an das OVG zurück­ver­wie­sen, weil es kei­ne Fest­stel­lun­gen dazu getrof­fen hat, ob und in wel­cher Höhe die frei­en Trä­ger eine Eigen­leis­tung erbracht haben.

Ein Anspruch auf ermes­sens­feh­ler­freie Ent­schei­dung über die För­de­rung setzt nach dem Urteil des Bun­des­ver­wal­tugns­ge­richts gemäß § 74 Abs. 1 SGB VIII (KJHG) unter ande­rem vor­aus, dass freie Trä­ger eine ange­mes­se­ne Eigen­leis­tung erbrin­gen. Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt hat auch vor­ge­ge­ben, wann ein Anspruch auf wei­ter­ge­hen­de För­de­rung frei­er Trä­ger unter Beach­tung des Gebo­tes der Gleich­be­hand­lung ihrer Auf­wen­dun­gen mit den Auf­wen­dun­gen der öffent­li­chen Jugend­hil­fe (§ 74 Abs. 5 Satz 2 SGB VIII) in Betracht kommt.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Urtei­le vom 17. Juli 2009 – 5 C 25.08, 5 C 26.08, 5 C 27.08 und 5 C 28.08