For­ma­lis­mus bei der Wahl­prü­fungs­be­schwer­de

Der Zwei­te Senat des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts hat die von dem Bun­des­vor­sit­zen­den der PARTEI im eige­nen Namen erho­be­ne Wahl­prü­fungs­be­schwer­de, die sich gegen die Gül­tig­keit der Bun­des­tags­wahl 2009 wen­det, als unzu­läs­sig ver­wor­fen.

For­ma­lis­mus bei der Wahl­prü­fungs­be­schwer­de

Die Par­tei für Arbeit, Rechts­staat, Tier­schutz, Eli­ten­för­de­rung und Basis­de­mo­kra­ti­sche Initia­ti­ve (DIE PARTEI) war vom Bun­des­wahl­aus­schuss nicht als Par­tei aner­kannt und damit nicht zur Bun­des­tags­wahl 2009 zuge­las­sen wor­den. Der des­we­gen von der PARTEI, ver­tre­ten durch ihren Bun­des­vor­sit­zen­den, gegen die Gül­tig­keit der Bun­des­tags­wahl erho­be­ne Ein­spruch wur­de durch den Bun­des­tag zurück­ge­wie­sen.

Die gegen den Bun­des­tags­be­schluss gerich­te­te Wahl­prü­fungs­be­schwer­de des Bun­des­vor­sit­zen­den der PARTEI ist unzu­läs­sig, da die­ser nicht beschwer­de­be­fugt ist. Gemäß § 48 Abs. 1 BVerfGG kann ein Wahl­be­rech­tig­ter Wahl­prü­fungs­be­schwer­de nur erhe­ben, wenn ein von ihm ein­ge­leg­ter Ein­spruch vom Bun­des­tag ver­wor­fen wur­de. An die­ser nach dem ein­deu­ti­gen Wort­laut der Norm erfor­der­li­chen Per­so­nen­iden­ti­tät fehlt es hier, da der Bun­des­vor­sit­zen­de die Wahl­prü­fungs­be­schwer­de im eige­nen Namen erho­ben hat, wäh­rend er in dem vor­an­ge­gan­ge­nen Ein­spruchs­ver­fah­ren nur als Ver­tre­ter der PARTEI als Ein­spruchs­füh­re­rin auf­ge­tre­ten ist.

Einer erwei­tern­den Aus­le­gung der Rege­lung bedarf es nicht. Sie hält sich im Rah­men der ver­fas­sungs­recht­li­chen Grund­kon­zep­ti­on der Wahl­prü­fungs­be­schwer­de. Zudem kann jede Wäh­ler­grup­pe ihr mit dem Ein­spruch ver­folg­tes Begeh­ren beschwer­de­fä­hig erhal­ten, wenn nur eines ihrer Mit­glie­der den Ein­spruch auch im eige­nen Namen ein­legt.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 12. April 2011 – 2 BvC 12/​10