Frei­bur­ger Fußball-"Fans" – Betre­tens- und Auf­ent­halts­ver­bo­te sowie Mel­de­auf­la­gen für Ultras

Das Ver­wal­tungs­ge­richt hat in zwei Fäl­len Betre­tens- und Auf­ent­halts­ver­bo­te im Grund­satz als recht­mä­ßig bestä­tigt, wel­che die Stadt Frei­burg gegen zwei Anhän­ger der Ultra-Sze­ne ver­hängt hat­te.

Frei­bur­ger Fußball-"Fans" – Betre­tens- und Auf­ent­halts­ver­bo­te sowie Mel­de­auf­la­gen für Ultras

Die Stadt woll­te sie damit bei Fuß­ball­spie­len vom Sta­di­on und von bestimm­ten Berei­chen der Innen­stadt fern­hal­ten, um so mög­li­chen gewalt­tä­ti­gen Aus­ein­an­der­set­zun­gen vor­zu­beu­gen.

Soweit das Gericht die Kla­gen der bei­den Betrof­fe­nen gegen die Betre­tens- und Auf­ent­halts­ver­bo­te abwies, führ­te es zur Begrün­dung aus, nach Anhö­rung der Klä­ger selbst, eines sze­ne­kun­di­gen Poli­zei­be­am­ten und eines Mit­ar­bei­ters des „Fanpro­jekts“ in der münd­li­chen Ver­hand­lung sei davon aus­zu­ge­hen, dass die Klä­ger enge­re Bezü­ge zu der in der Ver­gan­gen­heit ver­ein­zelt gewalt­tä­ti­gen Ultra­sze­ne hät­ten. Einer gehö­re zum Kern der „Natu­ral Born Ultras“ (NBU), der ande­re sei zwar ledig­lich Mit­läu­fer der „Coril­los“, habe sich aber auch bei gewis­sen gewalt­tä­ti­gen Ereig­nis­sen an vor­de­rer Front enga­giert.

Im Hin­blick auf die Dau­er der Betre­tens- und Auf­ent­halts­ver­bo­te gab das Gericht den Kla­gen aller­dings zu einem gro­ßen Teil statt, da die Stadt nicht ermäch­tigt gewe­sen sei, durch den Erlass jeweils zwei­er anein­an­der­ge­reih­ter Beschei­de die Dau­er der Ver­bo­te auf eine Zeit von über drei Mona­ten hin­aus zu erstre­cken.

Die gegen­über einem in Frei­burg wohn­haf­ten Klä­ger von der Stadt ver­häng­te Mel­de­auf­la­ge, mit der der Klä­ger von Rei­sen zu Aus­wärts­spie­len des SC Frei­burg abge­hal­ten wer­den soll­te, sei ins­ge­samt recht­mä­ßig. Zwar gebe es gewis­se Zwei­fel, ob sich eine sol­che Mel­de­auf­la­ge man­gels spe­zi­el­ler gesetz­li­cher Ermächtigungs­grundlage im Lan­des­po­li­zei­ge­setz auf Dau­er auf die blo­ße gene­rel­le Ermäch­ti­gung der Poli­zei zur Gefah­ren­ab­wehr stüt­zen las­se, wie dies die Stadt hier getan habe. Wäh­rend einer Über­gangs­zeit sei die Maß­nah­me aber noch als recht­mä­ßig hin­zu­neh­men. Auch sei die Hei­mat­ge­mein­de für sol­che Mel­de­auf­la­gen zustän­dig.

Ver­wal­tungs­ge­richt Frei­burg, Urtei­le vom 15. April 2016 – 4 K 143/​15 und 4 K 144/​15