Füh­rer­schein­ent­zug bei Unter­zu­cke­rung

Unter­zu­cke­rungs­zu­stän­de infol­ge Dia­be­tes kön­nen den Ent­zug der Fahr­erlaub­nis recht­fer­ti­gen. Dies jeden­falls urteil­te jetzt das Ver­wal­tungs­ge­richt Mainz in dem Fall eines an Dia­be­tes erkrank­ten Auto­fah­rers aus Rhein­hes­sen: Die­ser hat­te auf­grund abfal­len­den Zucker­spie­gels auf der Auto­bahn die Kon­trol­le über sein Fahr­zeug ver­lo­ren. In einem Bau­stel­len­be­reich berühr­te er die Bau­stel­len­be­ton­wand, fuhr mit unver­min­der­ter Geschwin­dig­keit in Schlan­gen­li­ni­en wei­ter, geriet schließ­lich ins Schleu­dern und blieb nach zwei­ma­li­gem Kol­li­die­ren mit der Leit­plan­ke quer zur Fahr­bahn ste­hen. Nach der Ein­ho­lung eines ärzt­li­chen Gut­ach­tens ent­zog ihm die Fahr­erlaub­nis­be­hör­de unter Anord­nung des Sofort­voll­zu­ges die Fahr­erlaub­nis.

Füh­rer­schein­ent­zug bei Unter­zu­cke­rung

Das von ihm hier­ge­gen ange­ru­fe­nen Ver­wal­tungs­ge­richt Mainz gab der Fahr­erlaub­nis­be­hör­de Recht und bestä­ti­ge den ange­ord­ne­ten Sofort­voll­zug des Füh­rer­schein­ent­zugs. Auf­grund des ärzt­li­chen Gut­ach­tens sei, so die Main­zer Ver­wal­tungs­rich­ter, davon aus­zu­ge­hen, dass der Antrag­stel­ler an einer Zucker­krank­heit mit Nei­gung zu schwe­ren Stoff­wech­sel­ent­glei­sun­gen lei­de.

Es sei­en bereits meh­re­re Ver­kehrs­un­fäl­le des Antrag­stel­lers im Zusam­men­hang mit Unter­zu­cke­run­gen doku­men­tiert. Trotz­dem habe der Antrag­stel­ler z.B. nicht regel­mä­ßig vor Fahrt­an­tritt Blut­zu­cker­kon­trol­len durch­ge­führt. Von daher feh­le ihm der­zeit die Eig­nung zum Füh­ren von Kraft­fahr­zeu­gen. Nach den Anga­ben des Gut­ach­ters sei es denk­bar, dem Antrag­stel­ler nach einer struk­tu­rier­ten Dia­be­ti­ker­schu­lung und nach doku­men­tier­ter mehr­mo­na­ti­ger sta­bi­ler Blut­zu­cker­ein­stel­lung das Füh­ren eines Kraft­fahr­zeugs unter Auf­la­gen wie­der zu gestat­ten.

Ver­wal­tungs­ge­richt Mainz, Beschluss vom 8. Dezem­ber 2009 – 3 L 1058/​09