Füh­rer­schein­ver­lust durch Kif­fen – ab 1,0 Nano­gramm THC pro ml Blut­se­rum

Füh­rer­schein­in­ha­ber müs­sen wei­ter­hin schon bei einer Blut­kon­zen­tra­ti­on von 1,0 ng Tetra­hy­dro­can­na­bi­nol (THC) pro ml Blut­se­rum mit einem Ent­zug ihrer Fahr­erlaub­nis rech­nen.

Füh­rer­schein­ver­lust durch Kif­fen – ab 1,0 Nano­gramm THC pro ml Blut­se­rum

Die sog. Grenz­wert­kom­mis­si­on, ein fach­über­grei­fen­de Arbeits­grup­pe, die die Bun­des­re­gie­rung berät und von der Deut­schen Gesell­schaft für Rechts­me­di­zin, der Deut­schen Gesell­schaft für Ver­kehrs­me­di­zin und der Gesell­schaft für Foren­si­sche und Toxi­ko­lo­gi­sche Che­mie gegrün­det wor­den ist, hat­te im Sep­tem­ber 2015 einen Grenz­wert von 3,0 ng THC/​ml Blut­se­rum emp­foh­len. Die behörd­li­che und gericht­li­che Pra­xis ist in der Ver­gan­gen­heit den Emp­feh­lun­gen der Grenz­wert­kom­mis­si­on gefolgt. Das Gericht hat­te zu ent­schei­den, ob wei­ter­hin der von der Recht­spre­chung bis­lang ange­nom­me­ne Wert von 1,0 ng THC/​ml oder der nun­mehr vor­ge­schla­ge­ne Wert von 3,0 ng THC/​ml zugrun­de­ge­legt wird.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Gel­sen­kir­chen hat sich nun in meh­re­ren Ver­fah­ren für die Bei­be­hal­tung des in der Recht­spre­chung ent­wi­ckel­ten Grenz­wer­tes ent­schie­den. Nach Anhö­rung des Vor­sit­zen­den der Grenz­wert­kom­mis­si­on konn­te sich die Kam­mer der der Emp­feh­lung zugrun­de­lie­gen­den Argu­men­ta­ti­on der Kom­mis­si­on aus juris­ti­scher Sicht nicht anschlie­ßen und sah kei­nen Anlass zur Abwei­chung von der bis­he­ri­gen Bewer­tung, eine can­na­bis­be­ding­te Beein­träch­ti­gung der Fahr­si­cher­heit wei­ter­hin schon ab dem Wert von 1,0 ng THC/​ml anzu­neh­men.

Ver­wal­tungs­ge­richt Gel­sen­kir­chen, Urtei­le vom 20. Janu­ar 2016 – 9 K 1253/​15 u.a.